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Swiss Observer

Propalästinensische Demonstration mit 2'000 Teilnehmenden in Genf

Bewilligte Demonstration auf dem Place des Nations fordert vor der UNCTAD-Konferenz die Rechenschaftspflicht von Unternehmen

Propalästinensische Demonstration mit 2'000 Teilnehmenden in Genf
AISWI swissinfo.ch

In einem bedeutenden Zeichen der Solidarität versammelten sich am Sonntag rund 2'000 Demonstrierende in Genf zu einer bewilligten propalästinensischen Kundgebung. Der friedliche Marsch führte vom Post Mont-Blanc zum symbolträchtigen Place des Nations. Teilnehmende kamen aus der ganzen Schweiz und aus Nachbarländern. Die Polizei bestätigte eine Teilnehmerzahl zwischen 1'800 und 2'000 Personen. Damit war es eine der grösseren Demonstrationen der jüngeren Zeit im internationalen Viertel von Genf.

Forderungen nach Rechenschaftspflicht von Unternehmen

Im Zentrum der Demonstration stand die Forderung, multinationale Unternehmen für ihre mutmassliche Beteiligung an der Situation in Palästina zur Rechenschaft zu ziehen. Die Demonstrierenden nannten insbesondere mehrere grosse Unternehmen, darunter Chevron, BP, Google, Microsoft, HP, Amazon und Glencore, und forderten rechtliche Sanktionen sowie eine umfassende Boykottstrategie. Der Zeitpunkt der Demonstration war gezielt auf den Beginn der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD) abgestimmt. So wurde die Verbindung zwischen der Verantwortung von Unternehmen und der internationalen Entwicklung hervorgehoben.

Internationale Unterstützung und Teilnahme

An der Demonstration traten prominente internationale Stimmen auf, darunter die französisch-palästinensische EU-Abgeordnete Rima Hassan, die kürzlich an der Gaza-Flottille teilgenommen hatte. Unterstützt wurde der Protest von einer breiten Koalition schweizerischer und internationaler Organisationen, darunter La Via Campesina und das BDS-Kollektiv. Politikerinnen und Politiker sowie Aktivistinnen und Aktivisten aus verschiedenen Ländern, darunter Südafrika, Frankreich, Belgien und Kolumbien, reisten zur Teilnahme nach Genf. Dies unterstrich den globalen Charakter der Kampagne.

Hintergrund und Auswirkungen

Die Genfer Demonstration ist ein bedeutender Moment in der anhaltenden weltweiten Debatte über die Verantwortung von Unternehmen in internationalen Konflikten. Der Protest fand im internationalen Zentrum der Schweiz statt und hob die besondere Stellung des Landes als Sitz zahlreicher internationaler Organisationen und Unternehmenshauptsitze hervor. Die Forderungen der Demonstrierenden nach rechtlichen Sanktionen und einem Militärembargo decken sich mit jüngsten Aussagen der UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese zur Beteiligung von Unternehmen an Verletzungen des Völkerrechts. Der Anlass verdeutlicht die Rolle der Schweiz als Plattform für internationales Engagement und Diskussionen über die Rechenschaftspflicht von Unternehmen.