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Swiss Observer

Prinzessin Dianas «Rachekleid» wird in Genf ausgestellt

Prinzessin Dianas schwarzes Kleid von Christina Stambolian, das sie 1994 bei einem Wohltätigkeitsdinner in London trug, wird vor einer Auktion im Dezember in New York in Genf ausgestellt. Sotheby’s schätzt den möglichen Verkaufspreis auf 150’000 bis 300’000 US-Dollar. Ein Teil des Erlöses soll den Angeboten für psychische Gesundheit eines schottischen Spitals zugutekommen.

Prinzessin Dianas «Rachekleid» wird in Genf ausgestellt
AISWI swissinfo.ch

Ein Kleid, das mit einer der meistbeachteten Episoden aus Dianas öffentlichem Leben verbunden ist, wird in Genf ausgestellt. Das schwarze Kleid von Christina Stambolian ist im Mandarin Oriental im Rahmen der Luxury Week von Sotheby’s zu sehen, bevor es im Dezember in New York versteigert wird. Sotheby’s schätzt den Wert auf 150’000 bis 300’000 US-Dollar.

Die Ausstellung in Genf bietet dem Schweizer Publikum die Gelegenheit, das Kleidungsstück zu sehen, bevor es nach Paris und New York weiterreist. Es bleibt bis Mittwoch im Hotel. Die Auktion ist für den 9. Dezember angesetzt. Sotheby’s zufolge kommt ein Teil des Erlöses den Angeboten für psychische Gesundheit des Royal Infirmary of Edinburgh zugute.

Die Bedeutung des Kleides geht auf den Moment zurück, in dem Diana es trug. Im Juni 1994 besuchte sie ein Wohltätigkeitsdinner in London, am selben Abend, an dem Prinz Charles im Fernsehen öffentlich zugab, untreu gewesen zu sein. Durch diesen zeitlichen Zusammenhang wurde ihr Auftritt zu einem bleibenden Teil der Geschichte rund um die Ehe des Paares.

Der Abend, der das Kleid berühmt machte, im Rückblick

Diana trug das tief ausgeschnittene schwarze Kleid im Juni 1994 bei einem Wohltätigkeitsdinner in London. Am selben Abend sprach Prinz Charles im Fernsehen über seine Untreue und machte damit das Scheitern ihrer Ehe öffentlich. Das Kleid wurde als «Rachekleid» bekannt, weil Diana sich für einen viel beachteten Auftritt entschied, als die Medien über sein Geständnis berichteten.

Morgane Halimi, weltweite Leiterin der Abteilung für Handtaschen und Mode bei Sotheby’s, sagte, Diana habe gewusst, dass die Reporter über die Affäre berichten würden. «An jenem Abend wusste sie, dass die Presse darüber berichten würde, dass Prinz Charles während ihrer Ehe eine Affäre gehabt hatte», sagte Halimi gegenüber Keystone-SDA.

Laut dem Bericht brach das Kleid auch mit den Konventionen des Königshauses. Dianas Auftritt machte aus einem Wohltätigkeitsdinner ein prägendes Bild aus jener Zeit ihres Lebens, das bis heute mit der öffentlichen Enthüllung über Charles verbunden ist. Nach den Ausstellungen in Genf und Paris will Sotheby’s das Kleidungsstück in New York versteigern.

Dianas Entscheidung und ihre Wirkung nachvollziehen

Dianas Stylistin sagte, sie habe an jenem Abend «umwerfend aussehen» wollen. Anna Harveys Erinnerung liefert ein persönliches Detail zu einem Kleid, an das man sich heute vor allem wegen seiner öffentlichen Symbolkraft erinnert. Diana hatte ursprünglich ein anderes Outfit vorgesehen, entschied sich dann aber für ein Kleid, das vor ihrem Auftritt eine stärkere Wirkung erzielen sollte.

Halimi sagte, Dianas Entscheidung sei zu einer der kraftvollsten Botschaften geworden, die sie durch Kleidung vermittelt habe. «Prinzessin Diana machte aus diesem Kleid eine der kraftvollsten Botschaften, die sie je vermittelte», sagte sie. Halimi fügte hinzu: «Dreissig Jahre später erinnert sich immer noch jeder an diesen Moment.»

Die Geschichte des Kleidungsstücks ist somit sowohl mit Dianas Entscheidung, den Anlass zu besuchen, als auch mit dem Zeitpunkt der Veranstaltung verbunden. Sie erschien bei einem Wohltätigkeitsdinner, während die Aufmerksamkeit auf Charles’ Fernsehgeständnis gerichtet war. Die aktuelle Ausstellung und die geplante Auktion rücken diese Episode anhand eines Objekts wieder ins Blickfeld, das eng mit ihrem öffentlichen Bild verbunden geblieben ist.

Der Weg des Kleides bis zur nächsten Auktion

Die Ausstellung in Genf ist eine Station auf dem längeren Weg des Kleides durch Ausstellungen und Auktionen. Laut Sotheby’s reist es vom Mandarin Oriental nach Paris und wird anschliessend ab dem 2. Dezember eine Woche vor der Auktion in New York ausgestellt. Zuvor war es bereits in London und Hongkong zu sehen.

Das Kleidungsstück wurde bereits einmal verkauft, und zwar im Juni 1997, um Geld für Wohltätigkeitsorganisationen zu sammeln, die sich für Krebs- und AIDS-Betroffene einsetzen. Diana starb am 31. August desselben Jahres im Alter von 36 Jahren bei einem Autounfall in Paris. Der Erlös aus dem bevorstehenden Verkauf ist für einen anderen wohltätigen Zweck bestimmt: Ein Teil kommt den Angeboten für psychische Gesundheit des Royal Infirmary of Edinburgh zugute.

Die kurze Ausstellung in Genf bringt ein international bekanntes Stück Modegeschichte in die Stadt, bevor es erneut öffentlich versteigert wird. Besucherinnen und Besucher können das Kleid bis Mittwoch im Mandarin Oriental sehen. Bei der Auktion in New York wird sich zeigen, ob es den oberen Schätzwert von Sotheby’s erreicht.