Technologie
Parlament veranstaltet zum Internationalen Frauentag Anlass zu «Frauen und KI»
Zweihundert Frauen versammelten sich im Bundeshaus zu einer Veranstaltung zum Thema «Frauen und KI: zwischen Potenzial und Risiken». Die vom Verein «Tag der Frau» zum Internationalen Frauentag organisierte Veranstaltung umfasste Diskussionen und Reden, in denen betont wurde, wie wichtig weibliche Perspektiven für die Gestaltung der Technologie und der Gesetzgebung zur künstlichen Intelligenz in der Schweiz sind.

Zweihundert Frauen aus allen Teilen der Schweiz kamen an diesem Freitag im Bundeshaus zusammen und verwandelten die Hallen der Macht in ein wichtiges Denkforum für das digitale Zeitalter. Organisiert vom Verein «Tag der Frau», war dies nicht bloss ein feierliches Treffen zum Internationalen Frauentag, sondern eine strategische Mobilisierung rund um eine zentrale Herausforderung unserer Zeit: «Frauen und KI». Während künstliche Intelligenz die Gesellschaft verändert, ist das Fehlen weiblicher Stimmen bei ihrer Entwicklung zu einer offensichtlichen Schwachstelle geworden. Die Parlamentarierinnen Eva Herzog und Maja Riniker eröffneten zusammen mit Nationalratspräsident Pierre-André Page die Diskussion für eine Gruppe, die bei technischen Debatten allzu oft an den Rand gedrängt wird.
In Bern war die Dringlichkeit deutlich spürbar. Die Teilnehmerinnen führten intensive Gespräche an runden Tischen und diskutierten die doppelte Natur der KI: ihr Potenzial, zu mehr Freiheit beizutragen, und das Risiko, Vorurteile zu verfestigen. Die Veranstaltung unterstreicht eine wichtige Wahrheit: Die Zukunft der Technologie kann nicht von einer einzigen Bevölkerungsgruppe geschrieben werden. Indem sich diese Frauen im Bundeshaus Gehör verschaffen, fordern sie einen Platz am Tisch, an dem die Algorithmen von morgen schon heute programmiert werden.
Den Code knacken: Die Geschlechterlücke bei der KI
Das Schweigen von Frauen in Technologiedebatten ist ohrenbetäubend, und die Folgen zeigen sich bereits in voreingenommenen Algorithmen. Die Parlamentsdienste erinnerten in ihrer Medienmitteilung eindringlich daran: Frauen sind in den Räumen, in denen die Technologiepolitik ausgearbeitet wird, nach wie vor stark untervertreten. Diese Veranstaltung geht dieses Ungleichgewicht direkt an. Im Zentrum der Diskussionen stand die Tatsache, dass KI nicht neutral ist: Sie spiegelt die Daten wider, mit denen sie gespeist wird, sowie die Vorurteile ihrer Entwicklerinnen und Entwickler. Ohne vielfältige Perspektiven riskiert die Schweiz, Systeme einzusetzen, die unbeabsichtigt die Hälfte ihrer Bevölkerung diskriminieren.
Die Rednerinnen und Redner betonten, dass es sich nicht nur um ein gesellschaftliches Problem handelt, sondern auch um einen technischen Fehler, der sofort korrigiert werden muss. Die Debatte ging über Allgemeinplätze hinaus und befasste sich damit, wie sichergestellt werden kann, dass weibliche Perspektiven bei der Gestaltung der KI-Gesetzgebung zentral sind und nicht bloss optional. Der Konsens ist klar: Um robuste, faire und intelligente Systeme zu entwickeln, muss die Geschlechterlücke in der Technologiebranche mit gezielten und entschlossenen Massnahmen geschlossen werden. Die Frauen im Bundeshaus bitten nicht um Erlaubnis, sich zu äussern. Sie bringen ihre Fachkenntnisse ein, um eine digitale Zukunft zu verhindern, die sie zurücklässt.
Souveränität und Sicherheit: Schweizer Regeln festlegen
Die Schweiz will der Europäischen Union bei der Regulierung der KI nicht blind folgen, sondern einen eigenen Weg finden. Nationalratspräsident Pierre-André Page richtete eine deutliche Botschaft an die Versammlung: Die Schweiz beobachte zwar die europäische Gesetzgebung genau, müsse aber eigene Regeln festlegen, die den Schweizer Werten entsprechen. Seine Aussage war unmissverständlich: «Technologie muss im Dienst der Menschen stehen und niemals umgekehrt.» Damit zog er eine klare Grenze und stellte das Wohlergehen der Menschen über eine ungebremste technologische Beschleunigung.
Die Herausforderung besteht darin, Innovation und Schutz miteinander in Einklang zu bringen. In den Diskussionen wurde die Notwendigkeit eines spezifisch schweizerischen Rechtsrahmens hervorgehoben: pragmatisch, präzise und auf den Schutz der individuellen Rechte ausgerichtet. Indem die Veranstaltung diesen Dialog im politischen Zentrum des Landes führte, unterstrich sie, dass die KI-Governance eine Frage der nationalen Souveränität ist. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erörterten, wie die Schweiz ihre Stellung nutzen kann, um weltweit eine führende Rolle bei ethischer KI einzunehmen und sicherzustellen, dass die Technologie den Menschen dient, statt ihre Zukunft zu bestimmen.
Mehr als Symbolik: Eine anhaltende Bewegung
Dies ist keine einmalige Veranstaltung: Bereits zum dritten Mal in Folge hat das Bundeshaus seine Türen für diesen wichtigen Dialog geöffnet. Das signalisiert einen dauerhaften Wandel im Umgang der Schweiz mit dem Internationalen Frauentag. Die Wiederholung der Veranstaltung zeigt, dass die Einbindung der Stimmen von Frauen in die politische und technische Planung auf höchster Ebene zunehmend institutionalisiert wird. Es ist ein Übergang von symbolischen Gesten zu tatsächlichem Einfluss auf die Politik.
Mit Blick auf die Zukunft sind die Auswirkungen weitreichend. Während sich die KI in rasantem Tempo weiterentwickelt, werden die Erkenntnisse dieser 200 Frauen in künftigen Sessionen nachwirken. Die jährliche Durchführung der Veranstaltung stellt sicher, dass sich die Kontrolle und die Perspektiven von Frauen gemeinsam mit dem technologischen Fortschritt weiterentwickeln. Die Schweiz positioniert sich als Vorreiterin für ethische Technologie, indem sie eine einfache, aber wichtige Tatsache anerkennt: Eine Zukunft, die ohne Frauen gestaltet wird, ist grundlegend fehlerhaft.