Kultur
Paléo Festival in Nyon zum besten grossen europäischen Festival gekürt
Das Paléo Festival in Nyon hat von der europäischen Festivalvereinigung Yourope die prestigeträchtige Auszeichnung «Best Major Festival» für 2025 erhalten. Der Preis würdigt das hochwertige Programm, die einladende Atmosphäre für die täglich über 40'000 Besucherinnen und Besucher sowie das aussergewöhnliche Engagement der Gemeinschaft und der Freiwilligen.

Europa hat einen neuen Festival-König, und er ist hier bei uns in Nyon zu Hause. In einer eindrücklichen Demonstration kultureller Strahlkraft hat das Paléo Festival den prestigeträchtigen Titel «Best Major Festival» für 2025 gewonnen und damit die Stellung der Schweiz als Schwergewicht in der weltweiten Live-Musikszene gefestigt. Die europäische Festivalvereinigung Yourope verkündete den Entscheid an einer glanzvollen Zeremonie im niederländischen Groningen und bestätigte damit, was Besucherinnen und Besucher seit Jahren wissen: Das Paléo spielt in einer eigenen Liga.
Das ist nicht einfach ein Trostpreis für die Teilnahme, sondern ein Triumph. Die Auszeichnung würdigt Veranstaltungen, die das Gesamtpaket bieten: ein tadelloses Programm, eine einladende Atmosphäre und eine reibungslose Durchführung. Mit dieser Spitzenauszeichnung hat sich das Paléo gegen einige der legendärsten Festivals des Kontinents durchgesetzt. Die Organisatoren erklärten umgehend, dies sei ein Sieg für das ganze Land: «Diese Auszeichnung gilt nicht nur der Branche, sondern auch dem Publikum im In- und Ausland.» Die Botschaft ist klar: Nyon ist nicht mehr nur ein Halt auf der sommerlichen Festivaltour, sondern das Ziel.
Die Konkurrenz mit Zahlen übertrumpft
Das Ausmass dieses Erfolgs wird durch beeindruckende Zahlen belegt. Um überhaupt für die Kategorie «Major» infrage zu kommen, muss ein Festival täglich über 40'000 Besucherinnen und Besucher empfangen. Diese Schwelle überschreitet das Paléo inzwischen mühelos. Doch der Sieg wurde nicht allein in einem Sitzungszimmer entschieden, sondern durch die breite Bevölkerung ermöglicht. In einer ersten Online-Abstimmung gaben sage und schreibe 300'000 Menschen aus ganz Europa ihre Stimme ab und zeigten damit die enorme internationale Reichweite des Festivals.
Nach diesem starken Zuspruch aus der Öffentlichkeit prüfte eine Jury aus Branchenfachleuten die zehn Finalisten und kürte schliesslich das Paléo zum Sieger. Die Gesamtkapazität des Festivals beträgt inzwischen eine Viertelmillion Besucherinnen und Besucher während sechs Tagen. Damit übertrifft es viele seiner regionalen Konkurrenten deutlich. Die Auszeichnung bestätigt die offensive Expansionsstrategie des Festivals seit 2022. Während andere Veranstaltungen in einer unsicheren Wirtschaftslage Mühe haben, ihre Besucherzahlen zu halten, übersteht das Paléo die Herausforderungen nicht nur, sondern floriert. Die hohen Besucherzahlen werden so zum Branchenmassstab.
Ein Sieg für die Freiwilligen
Hinter der Pyrotechnik und den grossen Namen auf der Bühne steht der wahre Motor des Erfolgs des Paléo: ein unerschütterlicher Gemeinschaftsgeist. Daniel Rossellat, der Präsident des Festivals, machte deutlich, dass diese Trophäe den Menschen vor Ort gehört. «Vor allem würdigt dieser Titel ein gemeinschaftliches Abenteuer und das aussergewöhnliche Engagement der gesamten Paléo-Gemeinschaft, insbesondere der Freiwilligen», erklärte Rossellat.
In einer Zeit, in der kommerzielle Festivals oft steril und rein geschäftsmässig wirken, schafft das Paléo mit seinem engagierten Freiwilligenteam eine einzigartige, herzliche Atmosphäre, die der Jury nicht entging. Dieses «gemeinschaftliche Abenteuer» hebt Nyon von den übrigen Festivals ab. Die Auszeichnung würdigt den unermüdlichen Einsatz Tausender, die das Gelände aufbauen, betreiben und reinigen. Sie beweist, dass ein Festival, das von Leidenschaft und Gemeinschaftswerten getragen wird, kommerziell ausgerichtete Grossveranstaltungen übertreffen kann. Sie ist eine starke Bestätigung des Schweizer Modells der Freiwilligenarbeit und zeigt, dass lokales Engagement Ergebnisse von Weltklasse hervorbringen kann.
Vom mittleren zum grossen Festival: ein rasanter Aufstieg
Die Entwicklung des Paléo ist geradezu rasant. Vor knapp einem Jahrzehnt, im Jahr 2017, gewann das Festival den Titel «Best Medium-Sized Festival». Heute steht es ganz oben. Der Aufstieg in die «Major»-Liga zeugt von gezieltem Wachstum und ungebrochenem Ehrgeiz. Das Festival nahm erst 2024 am Wettbewerb in der Schwergewichtsklasse teil und erreichte das Finale. Nur ein Jahr später hat es nun den Titel gewonnen.
Mit diesem Sieg steht das Paléo neben, und wohl sogar vor, anderen Schweizer Legenden wie dem Montreux Jazz Festival, das im vergangenen Jahr die Auszeichnung in der Kategorie «Medium-Sized» gewann. Dass das Paléo auf 250'000 Besucherinnen und Besucher anwachsen und dabei Nähe und Qualität bewahren kann, ist jedoch eine seltene Leistung. Mit dem Beginn des Jahres 2026 steht Nyon nun unter Druck, den Titel zu verteidigen. Doch vorerst ist die Botschaft an den Rest Europas unmissverständlich: Wer sehen will, wie ein grosses Festival organisiert wird, blickt in die Schweiz.