Kultur
Paléo Festival 2026: Katy Perry, Gorillaz und The Cure als Headliner
Das grösste Openair-Festival der Schweiz hat das Line-up für seine 49. Ausgabe bekannt gegeben. Pop-Superstar Katy Perry wird beim Festival in Nyon selten in der Schweiz zu sehen sein, zusammen mit den legendären Acts The Cure und Gorillaz.

Nyon bereitet sich auf ein musikalisches Grossereignis vor: Für die 49. Ausgabe des Paléo Festival wurde ein Line-up angekündigt, das vor Ambition strotzt. Angeführt wird es von der amerikanischen Pop-Ikone Katy Perry, die am Samstag, 25. Juli, für das einzige Schweizer Konzert ihrer «The Lifetimes Tour» auf der Bühne stehen wird. Für die Organisatoren ist das ein grosser Coup: Seit 2011 ist Perry ausserhalb des Hallenstadions in Zürich nicht mehr in der Schweiz aufgetreten. Ihr Auftritt macht die Absicht deutlich: Paléo nimmt nicht einfach am europäischen Festivalgeschehen teil, sondern gibt dort den Ton an.
Neben Perry treten die virtuellen Pioniere Gorillaz und die legendäre britische New-Wave-Band The Cure auf. Dieses Trio von Headlinern vereint Pop-Relevanz und Rock-Geschichte auf ideale Weise. Dany Hassenstein, der Organisator des Festivals, fand bei der Programmvorstellung deutliche Worte. Perrys Show, bei der «der ganze Planet tanzt», werde schlicht spektakulär. Zwischen dem 21. und 26. Juli sollen 103 Acts auftreten. Damit dürfte das Festival seinen Status als unangefochtener König der Openairs in der Schweiz bekräftigen.
Die gläserne Decke durchbrechen
Zum ersten Mal in seiner fast fünfzigjährigen Geschichte hat Paléo die Geschlechtergrenze durchbrochen. Mit einem entschiedenen Schritt in Richtung Gleichstellung sind beeindruckende 55 Prozent der 103 angekündigten Acts Frauen. Das ist nicht bloss eine Statistik, sondern ein klares Zeichen. Programmgestalter Jacques Monnier hob diesen historischen Wandel hervor und betonte, dass das Programm weder bei Talent noch bei Repräsentation Kompromisse mache. Das Festival geht mit gutem Beispiel voran und zeigt, dass Gleichstellung nicht nur möglich, sondern für einen modernen Kulturanlass unerlässlich ist.
An der Seite Perrys gehören französische Ikonen wie Vanessa Paradis und die ausdrucksstarke, soulige Zaz zu den grossen Namen. Das Line-up gibt auch aufstrebenden Stars eine Bühne, darunter der in Luzern geborenen französisch-kongolesischen Rapperin Theodora, die im vergangenen Jahr am Montreux Jazz Festival für Begeisterung sorgte. Indem Paléo Frauenstimmen in verschiedenen Genres in den Vordergrund stellt, von Lordes Poprock bis zu Theodoras Rap, setzt das Festival in Europa einen neuen Massstab für die Programmgestaltung.
Ein musikalisches Buffet für jede Generation
Paléo setzt weiterhin auf seine bewährte «Generalisten»-Karte und bietet, wie Festivalpräsident Daniel Rossellat es beschreibt, ein «reichhaltiges Buffet mit verschiedenen Gerichten für jeden Geschmack». Das Programm für 2026 ist umfangreich. The Cure um den rätselhaften Robert Smith treten zum fünften Mal auf, womit sie den Rekord einstellen und ihre seit 1985 bestehende Verbindung zu Nyon weiter festigen. Ebenfalls zum fünften Mal dabei sind die in Freiburg beheimateten Industrial-Rock-Pioniere The Young Gods. Damit ist die Schweizer Rockszene mit der gebotenen Wucht vertreten.
Die Vielfalt ist beeindruckend. Das Publikum kann von den melancholischen Klängen von The Cure zu den energiegeladenen Electro-Beats des französischen DJs Bob Sinclar oder zum Alternative Hip-Hop von Twenty One Pilots wechseln. Auch Rap-Fans kommen mit Disiz und Jok’Air auf ihre Kosten, während die Trip-Hop-Legenden Morcheeba auf die Plaine de l’Asse zurückkehren und das Publikum in ihren Bann ziehen. Diese eklektische Mischung macht Paléo weiterhin zu einem Generationen übergreifenden Treffen, an dem Nostalgie-Acts und aktuelle Chartstürmer nahtlos nebeneinander bestehen.
Nordische Klänge und Ansturm auf Tickets
Über die Hauptbühnen hinaus richtet die Ausgabe 2026 den Blick nach Norden: Im «Village du monde» werden zahlreiche Künstlerinnen und Künstler aus den nordischen Ländern auftreten. Dieser kulturelle Schwerpunkt verspricht eine kühle, stimmungsvolle Note in die Sommerhitze von Nyon zu bringen. Für die Fans steht jedoch zunächst der bevorstehende Ansturm auf die Tickets im Vordergrund. Der Countdown läuft: Am Mittwoch, 25. März, um 12 Uhr beginnt der offizielle Vorverkauf.
Angesichts der hochkarätigen Headliner und des exklusiven Auftritts von Katy Perry wird mit einer beispiellosen Nachfrage gerechnet. In den vergangenen Jahren waren die Pässe innert Minuten ausverkauft, und 2026 dürfte es erneut einen digitalen Ansturm geben. Für Musikfans in der ganzen Schweiz und darüber hinaus gilt: Wer dabei sein will, muss bereit sein. Auf dem Weg zur 49. Ausgabe zeigt Paléo keine Anzeichen einer Verlangsamung und festigt seinen Ruf als wichtiger Pfeiler des Schweizer Kulturkalenders.