Schweiz
OECD lobt die erfolgreiche Integration von Zugewanderten in der Schweiz, weist aber auf Geschlechterlücke hin
Eine neue OECD-Studie hebt die erfolgreiche Integration der eingewanderten Bevölkerung in der Schweiz hervor und verweist auf eine hohe Beschäftigungsquote sowie grosse Anstrengungen beim Spracherwerb. Der Bericht weist jedoch auch auf eine anhaltende Geschlechterlücke auf dem Arbeitsmarkt für im Ausland geborene Frauen hin.

Eine aktuelle Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) stellt der Schweiz für ihre Bemühungen zur Integration der eingewanderten Bevölkerung ein sehr gutes Zeugnis aus. Der Bericht hebt eine hohe Beschäftigungsquote und lobenswerte Anstrengungen der Zugewanderten hervor, eine Landessprache zu lernen. Das Lob wird jedoch durch eine wichtige Erkenntnis relativiert: Bei im Ausland geborenen Frauen besteht auf dem Arbeitsmarkt weiterhin eine deutliche Geschlechterlücke. Dies zeigt einen entscheidenden Bereich auf, in dem Verbesserungen nötig sind.
Eine leistungsstarke Wirtschaft, getragen von integrierten Fachkräften
Laut den Ergebnissen der OECD hat der Schweizer Integrationsansatz beeindruckende Resultate erzielt. Die Beschäftigungsquote unter den Zugewanderten beträgt 77 Prozent und liegt damit «deutlich über dem OECD-Durchschnitt». Dieser Erfolg wird einer Kombination von Faktoren zugeschrieben, darunter eine im Allgemeinen gut ausgebildete eingewanderte Bevölkerung und deren aktive Bemühungen, gute Sprachkenntnisse zu erwerben. Dieses Zusammenspiel hat es neu Zugezogenen ermöglicht, zu wichtigen Akteuren der Schweizer Wirtschaft und Gesellschaft zu werden.
Die anhaltende Geschlechterlücke bei den im Ausland geborenen Erwerbstätigen
Trotz des insgesamt positiven Bildes fordert der OECD-Bericht ausdrücklich Massnahmen zur Integration von Frauen. Er weist darauf hin, dass es im Ausland geborenen Frauen deutlich schwerer fällt als Männern, auf dem Schweizer Arbeitsmarkt Fuss zu fassen. Diese Ungleichheit bleibt ein erhebliches Hindernis für eine vollständige und gleichberechtigte Integration. Das legt nahe, dass gezielte Massnahmen und Unterstützungssysteme nötig sein könnten, um die besonderen Herausforderungen für eingewanderte Frauen anzugehen, von der Kinderbetreuung bis zur Anerkennung von Qualifikationen.
Personenfreizügigkeit: Der Motor der Einwanderung in die Schweiz
Der Bericht liefert wichtigen Kontext zur Zusammensetzung der eingewanderten Bevölkerung der Schweiz. Er definiert sie als Personen, die im Ausland geboren wurden und nun im Land leben. Eine wichtige Kennzahl zeigt, dass drei Viertel dieser Zugewanderten im Rahmen des Abkommens über die Personenfreizügigkeit mit der Europäischen Union in die Schweiz gekommen sind. Diese Regelung ist ein Grundpfeiler der Schweizer Wirtschaft: Sie sichert qualifizierte Arbeitskräfte und schliesst Lücken auf dem Arbeitsmarkt. Darauf verweisen auch die erfolgreichen Integrationskennzahlen in der OECD-Studie.
Ausblick: Eine vom SEM in Auftrag gegebene Studie rückt Verbesserungen in den Fokus
Dass die Studie vom Schweizerischen Staatssekretariat für Migration (SEM) in Auftrag gegeben wurde, ist bedeutsam. Es zeigt, dass die Schweizer Regierung proaktiv vorgeht und nicht nur den Erfolg ihrer Integrationspolitik misst, sondern auch Mängel erkennen und beheben will. Die Ergebnisse der OECD, insbesondere zur Geschlechterlücke, dürften bei der künftigen Politikgestaltung ein wichtiger Datenpunkt sein. Ziel ist ein gerechterer und wirksamerer Integrationsprozess für alle Menschen, die neu in die Schweiz kommen.