humanitär
MSF warnt vor Krise in Darfur: Schweizer NGO fordert Massnahmen
Die in Genf ansässige Organisation Médecins Sans Frontières schlägt Alarm wegen systematischer Menschenrechtsverletzungen und ethnischer Verfolgung in Nord-Darfur und fordert ein Eingreifen der internationalen Gemeinschaft.

Die in Genf ansässige Organisation Médecins Sans Frontières (MSF) hat angesichts der sich verschlechternden Lage in Nord-Darfur eindringlich Alarm geschlagen und vor unmittelbar drohenden Massengräueltaten in El-Fasher gewarnt. Die humanitäre Organisation hat zwischen Mai 2024 und Mai 2025 systematische Menschenrechtsverletzungen und ethnische Verfolgung dokumentiert und zeichnet damit ein düsteres Bild der anhaltenden Krise. Die Lage hat einen kritischen Punkt erreicht, da die Rapid Support Forces (RSF) mit einem Angriff auf die Stadt drohen.
Systematische Menschenrechtsverletzungen
Der Bericht von MSF schildert ein erschreckendes Muster von Menschenrechtsverletzungen, darunter Plünderungen, Massenhinrichtungen, sexuelle Gewalt und den Einsatz von Hunger als Kriegswaffe. Die RSF und ihre Verbündeten wurden ausdrücklich als Täter ethnisch motivierter Verfolgung identifiziert. Der sudanesischen Armee wird vorgeworfen, Zivilpersonen in Gebieten wahllos bombardiert zu haben, in denen keine Präsenz der RSF bestätigt war. Diese Handlungen könnten Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellen, so die UN-Untersuchungsmission.
Humanitäre Folgen
Das Ausmass der humanitären Not ist erschütternd: Fast 13 Millionen Menschen wurden vertrieben, darunter mehr als 4 Millionen Flüchtlinge. Erschreckende 25 Millionen Menschen sind von schwerer Hungersnot bedroht, während 40 Prozent der Bevölkerung dringend medizinische Hilfe benötigen. Kinder sterben infolge der Belagerung von El-Fasher an Unterernährung, und jüngste Angriffe auf Lager für Vertriebene haben Hunderte Opfer gefordert.
Internationale Reaktion
MSF kritisiert die Reaktion der internationalen Gemeinschaft als unzureichend und verurteilt die wahrgenommene «Gleichgültigkeit» gegenüber der Lage. Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, hat wiederholt vor den katastrophalen Folgen anhaltender Angriffe gewarnt. Die Untersuchungsmission hat begonnen, mit mehreren Gerichten zusammenzuarbeiten, und eine Liste mutmasslich für Gräueltaten Verantwortlicher zusammengestellt.
Schweizer Perspektive
Von ihrem Hauptsitz in Genf aus spielt MSF eine führende Rolle bei der Dokumentation der Krise und der Hilfe vor Ort. Die Warnung der in der Schweiz ansässigen Organisation hat in der internationalen humanitären Gemeinschaft besonderes Gewicht. Auch die Schweiz hat jüngste Angriffe auf humanitäre Konvois der UNO in der Region unabhängig verurteilt und damit ihr Engagement für humanitäre Grundsätze und das Völkerrecht bekräftigt.