Zum Inhalt springen
Swiss Observer

Massiver Felssturz bedroht Schweizer Dorf Brienz

In der Nähe des ostschweizerischen Dorfes Brienz sind rund 25'000 Kubikmeter Fels niedergegangen. Das ist deutlich mehr als zunächst geschätzt und weckt Besorgnis um die Sicherheit der Bewohnerinnen und Bewohner.

Massiver Felssturz bedroht Schweizer Dorf Brienz
AISWI swissinfo.ch

Das ostschweizerische Dorf Brienz ist mit einer sich verschärfenden Naturkatastrophe konfrontiert: In der Nähe von Caltgeras stürzten rund 25'000 Kubikmeter Fels auf den Schuttkegel. Damit liegt die Menge deutlich über den ersten Schätzungen. Diese Entwicklung hat ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Sicherheit und der langfristigen Stabilität des Dorfes ausgelöst. Die Behörden halten die Region deshalb weiterhin unter erhöhter Alarmbereitschaft.

Aktuelle Lage und Risikobeurteilung

Jüngste Einschätzungen auf der Grundlage von Drohnenüberwachung zeigen, dass das Volumen des Felssturzes deutlich grösser ist als zunächst angenommen und von 10'000 auf 25'000 Kubikmeter nach oben korrigiert wurde. Die Gemeindebehörden berichten, dass sich die Bewegung an allen Hangbereichen in den vergangenen Tagen beschleunigt hat, inzwischen jedoch leicht rückläufig ist. Im Dorfgebiet bewegt sich der Untergrund weiterhin mit rund 0,6 Metern pro Jahr. Fachleute warnen, dass die kommenden Niederschläge weitere Beschleunigungen und mögliche Felsstürze auslösen könnten. Das Gebiet bleibt deshalb als Hochrisikogebiet eingestuft.

Sicherheitsmassnahmen und Evakuierungen

Nach der Evakuierung des Dorfes im November 2024 bereiten die Behörden nun die Umsetzung der «blauen» Phase vor. Diese umfasst die vollständige Sperrung aller umliegenden Verkehrswege. Die vorsorgliche Massnahme spiegelt die anhaltende Sorge um die Stabilität der Region wider. Das Gemeindeführungsteam beobachtet die Lage weiterhin genau. Die Vorbereitungsarbeiten für Verkehrsbeschränkungen haben am Montag begonnen.

Auswirkungen auf Umwelt und Geografie

Das geologische Ereignis hat die Landschaft rund um Brienz deutlich verändert. Der massive Felssturz hat erhebliche Veränderungen der örtlichen Topografie verursacht. Nach den jüngsten Ereignissen ist der Schutthang aktiver geworden, und Fachleute beobachten die weiterreichenden Auswirkungen auf die Umwelt in der Region genau. Die Lage verdeutlicht die anhaltenden Herausforderungen, vor denen alpine Gemeinden bei der Bewältigung natürlicher geologischer Prozesse und klimabedingter Risiken stehen.