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Swiss Observer

Erdrutsch zwingt 30 Bewohnerinnen und Bewohner in Val de Bagnes zur Evakuierung

Im Kanton Wallis wurden Notfallmassnahmen ergriffen, nachdem Murgänge Häuser bedrohten. Die Bewohnerinnen und Bewohner von Les Epenays müssen auf unbestimmte Zeit ihre Häuser verlassen.

Erdrutsch zwingt 30 Bewohnerinnen und Bewohner in Val de Bagnes zur Evakuierung
AISWI swissinfo.ch

Bei einem bedeutenden Noteinsatz im Kanton Wallis wurden rund 30 Bewohnerinnen und Bewohner des Weilers Les Epenays in der oberen Region Val de Bagnes evakuiert. Auslöser waren starke Regenfälle und die dadurch entstandene Gefahr von Erdrutschen. Die Evakuierten müssen auf unbestimmte Zeit eine vorübergehende Unterkunft suchen. Betroffen sind auch zwei Landwirtschaftsbetriebe im nahe gelegenen Gebiet Fregnoley. Auch deren Bewohnerinnen und Bewohner wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht.

Schäden und Auswirkungen

Die jüngsten Unwetter hatten schwere Folgen: Murgänge aus einer gefährlichen Mischung aus Holz, Schlamm und grossen Steinen bewegten sich durch das Gebiet. Besonders besorgniserregend war, dass ein Murgang eine provisorische Notbrücke zerstörte. Dadurch wurde der Zugang zum Weiler Lourtier stark beeinträchtigt. Derzeit ist nur noch ein Fuss- und Veloweg in Betrieb. Es hat sich ein kleiner See gebildet, doch die Behörden bestätigen, dass von ihm für die umliegenden Gebiete keine unmittelbare Gefahr ausgeht.

Sicherheitsmassnahmen und Reaktion

Die lokalen Behörden haben umfassende Sicherheitsmassnahmen zum Schutz der Bevölkerung und der Infrastruktur ergriffen. Zur Eindämmung der Murgänge wurde ein neuer Damm gebaut. Der Wanderweg zwischen Les Epenays und Champsec wurde aus Sicherheitsgründen dauerhaft gesperrt. Wie Antoine Schaller, stellvertretender Generalsekretär der Gemeinde Val de Bagnes, betonte, sei ungewiss, wie lange die Massnahmen nötig seien: «Es hängt von der Natur ab, sie macht die Gesetze.» Die Gemeinde beobachtet die Lage weiterhin aufmerksam und stellt die Sicherheit der Bevölkerung an erste Stelle.

Folgen für die Zukunft

Die unbefristete Evakuierung stellt die betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner sowie die lokalen Behörden vor grosse Herausforderungen. Die Lage zeigt, wie stark Alpengemeinden weiterhin extremen Wetterereignissen ausgesetzt sind und wie wichtig eine langfristige Planung für mehr Widerstandsfähigkeit ist. Die lokalen Behörden prüfen, ob eine Rückkehr der Bewohnerinnen und Bewohner möglich ist. Dies hängt jedoch stark von der geologischen Stabilität und den Wetterbedingungen ab. Die dauerhafte Sperrung des Wanderwegs wirkt sich zudem langfristig auf den lokalen Tourismus und die Freizeitaktivitäten in der Region aus.