Umwelt
La Chaux-de-Fonds lanciert Europas höchstgelegenen essbaren Stadtwald
Schweizer Stadt stellt innovatives Umweltprojekt vor: Bis 2032 sollen auf einer Fläche von 3300 Quadratmetern 900 Pflanzen gesetzt werden

Mit einer wegweisenden Umweltinitiative hat die Schweizer Stadt La Chaux-de-Fonds Europas höchstgelegenen essbaren Stadtwald eingeweiht und damit einen bedeutenden Meilenstein in der nachhaltigen Stadtentwicklung gesetzt. Das Projekt begann mit der symbolischen Pflanzung einer kleinblättrigen Linde und bildet den Auftakt für die ehrgeizige Umgestaltung des Parkareals Paddock. Das innovative Projekt in der Westschweiz verbindet Naturschutz und urbane Landwirtschaft auf bislang unerreichter Höhe.
Umfang und Vision des Projekts
Das ehrgeizige Projekt umfasst eine Fläche von 3300 Quadratmetern. Bis 2032 sollen dort 900 neue Pflanzen gesetzt werden, darunter 300 Bäume und Sträucher. Mit einem geschätzten Budget von 80 000 bis 100 000 Franken stellt die Initiative eine bedeutende Investition in die urbane Biodiversität dar. Im Wald werden verschiedene essbare Arten wachsen, darunter Apfel-, Nuss-, Pflaumen- und Birnbäume. Ergänzt werden sie durch eine gemischte Hecke mit verschiedenen essbaren Beeren. Dieser umfassende Ansatz zur urbanen Forstwirtschaft soll eine nachhaltige Nahrungsquelle schaffen und gleichzeitig die grüne Infrastruktur der Stadt stärken.
Anpassung an den Klimawandel und ökologische Herausforderungen
Der hochgelegene Standort bringt besondere Herausforderungen mit sich. Wie der Landschaftsarchitekt Edgar Ramel erklärt, muss das Gelände mit gelegentlichem Schneefall zurechtkommen, der Äste beschädigen kann, sowie mit Spätfrösten, die junge Triebe und die Fruchternte gefährden. Diese Herausforderungen werden jedoch als Chance für Innovationen bei der Anpassung an den Klimawandel betrachtet. Der Wald dient als Freiluftlabor, in dem Arten erprobt werden, die sowohl unter den heutigen Bedingungen als auch bei künftigen Klimaszenarien gedeihen können. Damit wird er zu einer wertvollen Fallstudie für ähnliche Projekte der urbanen Forstwirtschaft in höheren Lagen.
Umsetzung und Mitwirkung der Bevölkerung
Die Umsetzung des Projekts erfolgt in Zusammenarbeit mehrerer Beteiligter. Der Verein Les Jardins du Mycélium wird den Wald verwalten und pflegen. Die Stadt La Chaux-de-Fonds, Pro Natura und der Verein Des arbres pour rêver demain unterstützen das Vorhaben finanziell. Ein für Oktober geplanter partizipativer Arbeitseinsatz wird die Bevölkerung in die Pflanzarbeiten einbeziehen. Der Wald wird allen Einwohnerinnen und Einwohnern zugänglich sein. Mycélium wird Bildungsangebote organisieren, um das Bewusstsein für nachhaltige urbane Landwirtschaft und Biodiversität zu stärken.
Künftige Wirkung und Nachhaltigkeit
Dieses wegweisende Projekt soll zu einem Vorbild für nachhaltige Stadtentwicklung in höheren Lagen werden. Neben seinem unmittelbaren Nutzen für die Umwelt wird der Wald als Bildungsangebot und als Modell für andere Gemeinden dienen, die vor ähnlichen klimatischen Herausforderungen stehen. Die Initiative zeigt das Engagement der Schweiz für innovative Umweltlösungen und ist ein bedeutender Schritt hin zu widerstandsfähigen städtischen Landschaften, die Nahrungsmittel hervorbringen. Im Verlauf des nächsten Jahrzehnts wird das Projekt wertvolle Erkenntnisse zur Machbarkeit der urbanen Landwirtschaft und Waldpflege in höheren Lagen liefern.