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Swiss Observer

Musik des iranischen Komponisten trotz Reiseverbot erstmals in Zürich

Die Kompositionen von Mehdi Rajabian werden in einer Zürcher Kirche uraufgeführt, während der Künstler im Iran weiterhin Reisebeschränkungen unterliegt. Damit wird deutlich, wie kulturelle Brücken trotz politischer Hindernisse entstehen können.

Musik des iranischen Komponisten trotz Reiseverbot erstmals in Zürich
AISWI swissinfo.ch

In einer bemerkenswerten Demonstration dafür, wie Kunst politische Grenzen überwindet, wird die Musik des iranischen Komponisten Mehdi Rajabian am 17. September 2025 in der Zürcher Neumünsterkirche uraufgeführt. Der Künstler selbst kann wegen eines Reiseverbots im Iran nicht anwesend sein. Das von der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) organisierte Konzert ist ein bedeutender Moment des kulturellen Austauschs zwischen der Schweiz und dem Iran. Es zeigt, wie Musik geografische und politische Grenzen überbrücken kann.

Mit Musik Grenzen überwinden

Rajabians Werk verbindet auf einzigartige Weise persische Musiktraditionen mit westlichen Orchesterarrangements. Obwohl er in seinem Heimatland mit strengen Einschränkungen konfrontiert ist, hat seine Musik internationale Anerkennung gefunden, darunter Auszeichnungen für seine Zusammenarbeit mit Mercedes-Benz. Für die Zürcher Uraufführung hat der Komponist umfangreiche Partituren von 200 bis 300 Seiten vorbereitet. Dies zeigt sein Streben nach professioneller Exzellenz ungeachtet seiner persönlichen Umstände.

Der Weg von Teheran nach Zürich

Das Konzert kam dank einer zufälligen Begegnung zwischen dem Schweizer Pianisten Martin Villiger und dem ZHdK-Dirigenten André Bellmont zustande. Durch sorgfältige Koordination und digitale Zusammenarbeit konnte Rajabian die Proben aus der Ferne von Teheran aus begleiten und Partituren, Notizen und Rückmeldungen über Zeitzonen hinweg austauschen. Diese besondere Zusammenarbeit zeigt, wie moderne Technologie den kulturellen Austausch trotz räumlicher Hindernisse ermöglicht.

Künstler unter Einschränkungen

Rajabian wurde 1989 in Sari im Iran geboren. Sein künstlerischer Weg war von grossen Herausforderungen geprägt. Er wurde mehrfach inhaftiert, 2013, 2015 und 2020, unter anderem wegen «Beleidigung islamischer Heiligtümer» und «Propaganda gegen den Staat». Trotz dieser Hindernisse ist er seiner künstlerischen Integrität treu geblieben und hat weiterhin anspruchsvolle musikalische Werke geschaffen. Er betont, dass seine Kunst nach ihrem Wert und nicht nach seinen persönlichen Umständen beurteilt werden sollte.

Schweizer Kulturinitiative

Der Entscheid der Zürcher Hochschule der Künste, diese Uraufführung auszurichten, zeigt das Engagement der Schweiz für Kulturdiplomatie und künstlerische Freiheit. Das Konzert in der Neumünsterkirche ist mehr als eine musikalische Darbietung: Es ist ein Zeichen für die Kraft der Kunst, politische Hindernisse zu überwinden. Der Schweizer Dirigent André Bellmont und das Team der ZHdK haben entscheidend dazu beigetragen, das Projekt zu verwirklichen. Damit zeigen sie, welche Rolle die Schweiz als Plattform für den internationalen Kulturaustausch spielt.