Arbeitsplatz
Die Hälfte der Schweizer Erwerbstätigen wünscht sich mehr Möglichkeiten für ortsunabhängiges Arbeiten
Eine neue Umfrage zeigt: 50 % der Schweizer Arbeitnehmenden wünschen sich mehr Möglichkeiten, von zu Hause aus zu arbeiten. Das macht deutlich, dass sich die Präferenzen am Arbeitsplatz nach der Pandemie verändern.

Eine umfassende aktuelle Umfrage von HR Campus zeigt eine deutliche Veränderung der Präferenzen am Schweizer Arbeitsplatz: Die Hälfte der Erwerbstätigen im Land wünscht sich mehr Möglichkeiten für ortsunabhängiges Arbeiten. Dieses wegweisende Ergebnis, das auf Antworten von rund 1'500 Arbeitnehmenden beruht, deutet auf einen tiefgreifenden Wandel der traditionellen Schweizer Arbeitskultur hin. Die starke Präferenz für flexible Arbeitsformen zeigt sich in verschiedenen Regionen und Branchen. Das weist auf einen breiteren kulturellen Wandel hin, wie sich Berufstätige in der Schweiz ihr ideales Arbeitsumfeld vorstellen.
Stand des ortsunabhängigen Arbeitens
Die Umfrage zeigt, dass derzeit 41 % der Schweizer Arbeitnehmenden Zugang zu Möglichkeiten für ortsunabhängiges Arbeiten haben. Das ist ein deutlicher Fortschritt bei der Flexibilität am Arbeitsplatz. Besonders stark ausgeprägt ist der Wunsch nach flexibleren Arbeitsmodellen bei Mitarbeitenden von KMU. Ein möglicher Grund dafür ist, dass grössere Unternehmen bereits verschiedene flexible Arbeitsformen wie Gleitzeit eingeführt haben. Die Studie zeigt ausserdem, dass 27 % der Arbeitnehmenden an einer Viertagewoche interessiert sind. Das deutet auf ein allgemeineres Interesse an alternativen Arbeitsformen hin, das über ortsunabhängiges Arbeiten hinausgeht.
Auswirkungen auf die Zufriedenheit der Mitarbeitenden
Die Studie zeigt einen klaren Zusammenhang zwischen Möglichkeiten für ortsunabhängiges Arbeiten und der Zufriedenheit der Mitarbeitenden. Arbeitnehmende, denen Homeoffice offensteht, berichten von höherer Arbeitszufriedenheit und einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Dieser positive Effekt zeigt sich sowohl in den deutschsprachigen als auch in den französischsprachigen Regionen der Schweiz. Das deutet auf einen einheitlichen nationalen Trend hin und nicht auf regionale Unterschiede bei den Präferenzen am Arbeitsplatz.
Unterschiede zwischen Regionen und Branchen
Der Wunsch nach flexiblen Arbeitsformen ist in den Sprachregionen der Schweiz ähnlich stark ausgeprägt, doch zwischen den verschiedenen Branchen gibt es deutliche Unterschiede. Mitarbeitende im Gesundheitswesen und im medizinischen Bereich berichten von einer geringeren Arbeitszufriedenheit als andere Berufsgruppen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ihre Arbeit eine physische Präsenz erfordert. Dies unterstreicht, wie wichtig branchenspezifische Ansätze für mehr Flexibilität am Arbeitsplatz sind.
Auswirkungen auf die Zukunft
Die starke Nachfrage nach Möglichkeiten für ortsunabhängiges Arbeiten deutet auf einen anhaltenden Wandel der Schweizer Arbeitskultur hin. Wenn Unternehmen sich auf diese Präferenzen einstellen, könnten weitere innovative Arbeitsmodelle entstehen, darunter hybride Arbeitsformen und Viertagewochen. Dieser Wandel könnte sich langfristig auf die Nutzung von Büroflächen, die Unternehmenskultur und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben in der Schweiz auswirken. Unternehmen, die sich nicht an die veränderten Präferenzen anpassen, könnten Schwierigkeiten haben, Fachkräfte zu halten und die Zufriedenheit ihrer Mitarbeitenden zu gewährleisten.