Zum Inhalt springen
Swiss Observer

Gletscherkatastrophe: Schweizer Dorf Blatten unter gewaltigem Abbruch verschüttet

Ein katastrophaler Gletscherabbruch hat das Dorf Blatten im Kanton Wallis verwüstet. Eine Person wird vermisst, und die Infrastruktur wurde schwer beschädigt. Die Einsatzkräfte überwachen weiterhin die Hochwassergefahr.

Gletscherkatastrophe: Schweizer Dorf Blatten unter gewaltigem Abbruch verschüttet
AISWI swissinfo.ch

Bei einer verheerenden Naturkatastrophe brach am Mittwochnachmittag ein gewaltiger Teil des Birchgletschers ab. Dabei löste sich eine Lawine aus Eis, Schlamm und Geröll, die rund 90 Prozent des Schweizer Dorfes Blatten im Kanton Wallis verschüttete. Das katastrophale Ereignis ereignete sich um 15.30 Uhr Ortszeit und löste seismische Aktivität mit einer Stärke von 3,1 auf der Richterskala aus. Laut Experten der ETH Zürich handelt es sich um eine der grössten Massenbewegungen, die je in der Schweiz aufgezeichnet wurden.

Notfalleinsatz

Die Schweizer Behörden leiteten umgehend einen Notfalleinsatz ein. Die Such- und Rettungsarbeiten konzentrieren sich darauf, einen vermissten 64-jährigen Einheimischen zu finden. Bereits vor dem Hauptabbruch waren rund 300 Einwohnerinnen und Einwohner nach ersten Warnzeichen evakuiert worden. Die Schweizer Armee wurde zur Unterstützung der Notfallarbeiten aufgeboten, während Zivilschutzteams im gesamten betroffenen Gebiet im Einsatz sind. Die Einsatzkräfte überwachen die Lage weiterhin genau, insbesondere die Hochwassergefahr durch die Lonza.

Schadensbilanz

Die Auswirkungen des Gletscherabbruchs sind katastrophal. Die Geröllablagerungen erstrecken sich über mehr als zwei Kilometer und sind stellenweise mehrere Dutzend Meter dick. Die Lawine aus Material hat eine natürliche Sperre über der Lonza gebildet, wodurch ein wachsender See entstanden ist, der weitere Überschwemmungen drohen lässt. Die Schäden an der Infrastruktur sind beträchtlich: Zahlreiche Gebäude wurden entweder durch den ersten Aufprall oder durch die anschliessenden Überschwemmungen zerstört oder schwer beschädigt.

Anhaltende Gefahren

Die Lage bleibt äusserst instabil. Die Behörden warnen vor möglichen weiteren Abbrüchen und Murgängen. Der neu entstandene See hinter der Geröllsperre stellt eine erhebliche Gefahr für die Gemeinden flussabwärts dar, insbesondere für Wiler und Kippel, wo vorsorglich Evakuierungen angeordnet wurden. Fachleute des Schweizerischen Erdbebendienstes überwachen das Gebiet weiterhin auf Anzeichen weiterer Bewegungen, während die Einsatzkräfte in höchster Alarmbereitschaft bleiben.