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Swiss Observer

Genf stellt ersten vollelektrischen Linienbus vor

Die Genfer Verkehrsbetriebe nehmen ihren ersten zu 100 % elektrisch betriebenen Gelenkbus in Betrieb. Damit beginnt die vollständige Elektrifizierung der Flotte bis 2030.

Genf stellt ersten vollelektrischen Linienbus vor
AISWI swissinfo.ch

In einem wegweisenden Schritt hin zu nachhaltiger urbaner Mobilität haben die Genfer Verkehrsbetriebe (TPG) ihren ersten zu 100 % elektrisch betriebenen Gelenkbus vorgestellt. Damit erreicht die Stadt einen wichtigen Meilenstein bei ihrem Engagement für ökologische Nachhaltigkeit. Diese Pionierinitiative ist der erste Schritt eines ehrgeizigen Plans, die gesamte Flotte des öffentlichen Verkehrs in Genf bis 2030 zu elektrifizieren. Damit positioniert sich die Stadt als Vorreiterin der grünen Mobilität in der Schweiz.

Technische Daten und Innovation

Das neu vorgestellte Fahrzeug ist 18,75 Meter lang und zeigt die herausragende Schweizer Ingenieurskunst. Entwickelt wurde der Bus in Zusammenarbeit zwischen dem Schweizer Hersteller HESS und dem Genfer Unternehmen Hitachi Energy. Er verfügt über eine innovative Gelegenheitsladetechnologie, die erstmals im Rahmen des Elektrobusprojekts TOSA eingesetzt wurde. Dieses fortschrittliche System ermöglicht schnelles Laden an ausgewiesenen Haltestellen und Endstationen. So wird die Reichweite des Busses optimiert und zugleich der Verschleiss der Batterien sowie der Wartungsaufwand verringert.

Zeitplan und Linienplanung

Der Elektobus soll am 14. Dezember 2025 den Betrieb aufnehmen und auf der Linie 5 zwischen dem Terminal des Flughafens Genf und den Haltestellen Thônex und Vallard verkehren. Diese Linie gehört zu den ersten sechs Linien des TPG-Netzes, die vollständig elektrisch betrieben werden sollen. Vor seiner öffentlichen Premiere wird der Bus im Wartungszentrum Bachet-de-Pesay strengen Tests unterzogen. Dort werden auch die Fahrerinnen und Fahrer geschult, um optimale Leistung und Sicherheitsstandards zu gewährleisten.

Finanzierung und Infrastruktur

Der Umstieg auf eine elektrische Flotte wird durch eine umfangreiche kantonale Subvention von 350 Millionen CHF unterstützt. Damit unterstreicht Genf sein starkes Engagement für nachhaltigen Verkehr. Die Investition deckt sowohl die Anschaffung neuer Fahrzeuge als auch den Ausbau der notwendigen Infrastruktur ab. Weitere 17 Millionen CHF wurden speziell für den Bau von Ladeinfrastruktur an verschiedenen Haltestellen im gesamten Netz bereitgestellt, um einen zuverlässigen und effizienten Betrieb sicherzustellen.

Umweltwirkung und Ausblick

Die Einführung von Elektrobussen ist ein wichtiger Schritt, um den CO₂-Fussabdruck Genfs zu verringern und die Luftqualität in der Stadt zu verbessern. TPG-Direktor Lionel Brasier betont, diese Fahrzeuge seien «leiser, komfortabler und umweltfreundlicher» und verkörperten die Zukunft des öffentlichen Verkehrs. Die Initiative steht im Einklang mit dem umfassenderen Engagement der Schweiz für nachhaltige Mobilität. Ähnliche Projekte in anderen Städten wie Lausanne, das ebenfalls bis 2030 die vollständige Elektrifizierung seiner Flotte anstrebt, zeugen davon.