öffentliche Gesundheit
Genf meldet Erfolge im Umgang mit der Crack-Kokain-Krise
Die Ergebnisse des ersten Jahres von Genfs dreijährigem Aktionsplan gegen Crack-Kokain zeigen eine Stabilisierung der Zahl der Konsumierenden und einen Rückgang der Gewalt. Dies markiert Fortschritte in der städtischen Drogenpolitik.

Genfs ehrgeiziger Aktionsplan gegen Crack-Kokain hat im ersten Jahr seiner Umsetzung vielversprechende Ergebnisse gezeigt. Die umfassende Strategie des Kantons, die Ende 2023 mit einem beträchtlichen Jahresbudget von 6 Millionen Franken lanciert wurde, hat eine zuvor eskalierende Krise erfolgreich stabilisiert. Wichtigen Kennzahlen zufolge hat sich die Lage gegenüber Anfang 2023 deutlich verbessert. Damals hatten die Behörden mit einer monatlichen Verdoppelung der Zahl der Konsumierenden zu kämpfen.
Umsetzung und Strategie
Bei der Umsetzung des Aktionsplans wurde an mehreren Fronten angesetzt. Dabei wurden Massnahmen der Strafverfolgung mit Initiativen im Bereich der öffentlichen Gesundheit kombiniert. Eine wichtige Kennzahl zur Überwachung der Wirksamkeit des Programms war die Abgabe von Crackpfeifen, die sich bei rund 90 pro Tag stabilisiert hat. Mit einer verstärkten Überwachung des Gebiets und einer besseren Koordination zwischen Polizei und Gesundheitsdiensten ist es der Strategie insbesondere gelungen, den «Crack-Tourismus» einzudämmen.
Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit
Die Initiative hat sich erheblich auf die öffentliche Gesundheit ausgewirkt. Première Ligne, der Verein, der den Injektionsraum Quai 9 betreibt, berichtet von positiven Entwicklungen. Thomas Herquel, der Direktor der Organisation, stellte einen deutlichen Rückgang der Gewalttaten und eine Stabilisierung der Zahl der Konsumierenden fest. Dieser Erfolg ist besonders bemerkenswert vor dem Hintergrund des starken Anstiegs des Crack-Konsums im Jahr 2021. Dieser wurde durch die Verfügbarkeit kleiner, preisgünstiger Dosen der stark süchtig machenden Substanz begünstigt.
Ausblick
Während der Aktionsplan in sein zweites Jahr geht, bleiben die Behörden vorsichtig optimistisch. Die Stabilisierung der Zahl der Konsumierenden und der Rückgang der Gewalt bilden eine solide Grundlage für die verbleibenden zwei Jahre des Programms. Die fortgesetzte jährliche Investition von 6 Millionen Franken zeigt, dass Genf entschlossen ist, diese positive Entwicklung aufrechtzuerhalten und die komplexen Herausforderungen des Crack-Kokain-Konsums im städtischen Umfeld anzugehen.