Infrastruktur
Genf kündigt ehrgeizigen Ausbau der unterirdischen Metro an
Die Stadt stellt Pläne für eine neue unterirdische Metro-Linie und verbesserte grenzüberschreitende Verkehrsverbindungen vor, um die regionale Mobilität zu verbessern und die Verkehrsüberlastung zu verringern.

Genf hat ein wegweisendes, 4 Milliarden Franken teures Projekt für den Ausbau der unterirdischen Metro angekündigt. Es zählt zu den bedeutendsten Entwicklungen im öffentlichen Verkehr der jüngeren Stadtgeschichte. Die ehrgeizige Initiative soll die urbane Mobilität im Grossraum Genf revolutionieren und den wachsenden Herausforderungen des Regionalverkehrs und des grenzüberschreitenden Pendelns begegnen.
Die Ankündigung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die bestehende Infrastruktur des öffentlichen Verkehrs zunehmend unter Druck steht. Besonders während der Stosszeiten pendeln Tausende Grenzgängerinnen und Grenzgänger zwischen Frankreich und der Schweiz.
Projektumfang und Infrastruktur
Die neue Metro-Linie wird sich über beeindruckende 22 Kilometer erstrecken und den Kanton von Norden nach Süden durchqueren. Die sorgfältig geplante Strecke wird strategisch platzierte Haltestellen im Abstand von jeweils 800 bis 1200 Metern umfassen. So soll die urbane Mobilität effizienter werden und wichtige Gebiete wie CERN, Meyrin und das Quartier Sécheron erschliessen. Zudem ist eine innovative Unterquerung der Rade vorgesehen.
Die Infrastruktur wird modernste Technologie und Gestaltung umfassen. Geplant sind Stationen an wichtigen städtischen Knotenpunkten, darunter der Bahnhof Eaux-Vives, das Gebiet Plainpalais und das sich entwickelnde Areal Praille-Acacias-Vernets. Der gesamte Kanton soll in rund 30 Minuten durchquert werden können, was die heutigen Reisezeiten deutlich verkürzt.
Grenzüberschreitende Anbindung
Ein wesentliches Merkmal des neuen Metro-Systems ist die grenzüberschreitende Anbindung. Das Projekt umfasst zwei wichtige Anschlussstellen im benachbarten Frankreich: Saint-Genis im Département Ain und Saint-Julien im Département Haute-Savoie. Diese internationale Vernetzung ist besonders bedeutsam, da täglich rund 112 000 Personen aus Frankreich nach Genf pendeln.
Der Ausbau ergänzt bestehende grenzüberschreitende Verkehrsangebote, darunter geplante Verbesserungen beim Zugangebot des Léman Express und bessere Anschlüsse an das europäische TGV-Nord-Süd-Netz in Lyon. Neue Doppelstockzüge werden die Passagierkapazität um 50 Prozent erhöhen und damit direkt der derzeitigen Überlastung des öffentlichen Verkehrs während der Stosszeiten entgegenwirken.
Zeitplan und erwartete Auswirkungen
Die Umsetzung dieses wegweisenden Projekts ist für den Zeitraum zwischen 2040 und 2045 vorgesehen. Dies spiegelt den Umfang und die Komplexität des Vorhabens wider. Erste Tests der verbesserten grenzüberschreitenden Verkehrsangebote, insbesondere der neuen Verbindung zwischen Annemasse und dem Flughafen Genf, sollen ab 2026 beginnen.
Die langfristigen Auswirkungen des Metro-Ausbaus gehen über eine höhere Effizienz des öffentlichen Verkehrs hinaus. Das Projekt soll die Verkehrsüberlastung durch Autos in der Stadt, im Kanton und in den grenzüberschreitenden Regionen deutlich verringern. Es steht für Genfs Bekenntnis zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung und regionalen Integration und setzt neue Massstäbe für internationale Verkehrslösungen in Ballungsräumen.