Gesundheitswesen
Verwendung von Generika nimmt in der Schweiz stark zu
Neue Daten zeigen, dass bis Juli 2024 25 % der chronisch kranken Patientinnen und Patienten auf Generika umgestiegen sind, gegenüber 12 % im Vorjahr. Dies folgt auf Massnahmen zur Senkung der Gesundheitskosten.

In der Schweiz werden Generika zunehmend verwendet. Aktuelle Daten zeigen einen deutlichen Anstieg bei Patientinnen und Patienten, die sich für Generika statt für Markenmedikamente entscheiden. Gemäss Zahlen von Helsana, einem der führenden Krankenversicherer der Schweiz, hat sich der Anteil chronisch kranker Patientinnen und Patienten, die Generika einnehmen, mehr als verdoppelt: Bis Juli 2024 stieg er auf 25 %, gegenüber 12 % im Vorjahr. Dieser markante Wandel steht für eine bedeutende Veränderung des Konsumverhaltens im Schweizer Gesundheitswesen und spiegelt den Erfolg jüngster politischer Massnahmen zur Eindämmung der Gesundheitskosten wider.
Massnahmen fördern den Umstieg auf Generika
Das Schweizer Gesundheitswesen hat gezielte Massnahmen eingeführt, um die Verwendung von Generika zu fördern. Eine wichtige Änderung sieht vor, dass Patientinnen und Patienten 40 % mehr aus eigener Tasche bezahlen müssen, wenn sie sich für ein Markenmedikament entscheiden, obwohl eine generische Alternative verfügbar ist. Damit soll die Eigenverantwortung gestärkt und zugleich den steigenden Gesundheitskosten begegnet werden. Die Massnahme zeigt Wirkung: Die Daten von Helsana belegen eine höhere Nutzung von Generika. Versicherer und Gesundheitsbehörden beobachten diese Entwicklung weiterhin. Urs Kilchenmann, Sprecher von Helsana, bestätigt: «Das ist definitiv ein Schritt in die richtige Richtung.»
Wirtschaftliche Auswirkungen und Kosteneinsparungen
Die wirtschaftlichen Vorteile einer verstärkten Verwendung von Generika sind beträchtlich. Der Krankenversicherer Concordia beziffert die möglichen jährlichen Einsparungen auf zehn Millionen Franken, wenn Generika konsequent eingesetzt würden. Dieses erhebliche Einsparpotenzial wird von den Schweizer Krankenversicherern und ihrem Verband Curafutura einhellig anerkannt. Die Einsparungen könnten dazu beitragen, die Gesundheitskosten in der Schweiz insgesamt einzudämmen, wovon sowohl Versicherer als auch Patientinnen und Patienten profitieren würden. Um das Einsparpotenzial voll auszuschöpfen, braucht es jedoch nicht nur eine höhere Nachfrage, sondern auch ein grösseres Angebot an Generika auf dem Markt.
Hürden und mögliche Verbesserungen
Trotz der Fortschritte steht die Schweiz vor mehreren Herausforderungen, wenn es darum geht, die Verwendung von Generika weiter zu steigern. Hohe regulatorische Hürden begrenzen derzeit die Zahl der Generika, die auf den Markt kommen. Fachleute aus der Branche schlagen jedoch verschiedene Lösungen vor, um diese Hindernisse abzubauen. Ein innovativer Vorschlag von Helsana-Sprecher Urs Kilchenmann sieht vor, gedruckte Packungsbeilagen durch QR-Codes auf der Verpackung zu ersetzen und so möglicherweise die Produktionskosten zu senken. Weitere Empfehlungen umfassen mehr Flexibilität bei den Packungsgrössen, damit die Herstellung von Generika für Pharmaunternehmen wirtschaftlich attraktiver wird. Diese Massnahmen könnten helfen, bestehende Markteintrittshürden zu überwinden und das Angebot an Generika in der Schweiz weiter auszubauen.