Kultur
Französischer Unterhaltungskonzern übernimmt Charlie-Chaplin-Museum
Museum Studio und die Fribourg Group nehmen exklusive Verhandlungen über den Kauf des 14 Hektaren grossen Museums Chaplin’s World in Corsier-sur-Vevey auf. Damit stehen bedeutende Veränderungen für die Schweizer Kulturinstitution bevor.

In einer bedeutenden Entwicklung für die Schweizer Kulturlandschaft soll das ikonische Museum Chaplin’s World in Corsier-sur-Vevey von der französischen Unterhaltungsfirma Museum Studio und der Fribourg Group übernommen werden. Die geplante Übernahme umfasst das gesamte 14 Hektaren grosse Anwesen, einschliesslich der Betreibergesellschaft des Museums und der damit verbundenen geistigen Eigentumsrechte. Dieses wegweisende Geschäft schlägt ein neues Kapitel für eine der renommiertesten Kulturinstitutionen der Schweiz auf.
Die Käufer
Museum Studio, eine Sparte der traditionsreichen, in Paris ansässigen Compagnie Chargeurs Invest, die 1872 gegründet wurde, verfügt über umfassende Erfahrung in der Kulturentwicklung und Museumsproduktion. Das Unternehmen hat sich als weltweit führend bei der Gestaltung immersiver Erlebnisse für Museen, Marken und Stiftungen etabliert. Die Fribourg Group, ein Familienunternehmen aus dem Elsass, hält eine kontrollierende Beteiligung von knapp 70 Prozent an der Compagnie Chargeurs Invest und sichert damit eine starke finanzielle Grundlage für die künftige Entwicklung des Museums.
Struktur und Auswirkungen des Geschäfts
Das umfassende Übernahmepaket beinhaltet die szenografischen Rechte und die damit verbundenen Rechte der Gründer Philippe Meylan und Yves Durand sowie die Betreibergesellschaft, die derzeit von By Grévin, einer Tochtergesellschaft der Compagnie des Alpes, gehalten wird. Im Zuge der Transaktion wird Museum Studio die Betriebsrechte übernehmen, während der Mehrheitsaktionär der Compagnie Chargeurs Invest die Immobilieninfrastruktur erwerben wird. Das Museum mit einer Ausstellungsfläche von beachtlichen 4000 Quadratmetern wird weiterhin im Rahmen einer geregelten Vereinbarung betrieben.
Zukunftsvision und Pläne
Die neuen Eigentümer haben ehrgeizige Pläne vorgestellt, um die internationale Präsenz des Museums auszubauen und zugleich seine kulturelle Bedeutung zu bewahren. Zu den wichtigsten Vorhaben gehören ein noch besseres Besuchserlebnis, die Verknüpfung des Museumsprogramms mit bedeutenden Kulturveranstaltungen an der Waadtländer Riviera und die Entwicklung neuer Bildungsangebote. Ein wichtiger Schwerpunkt liegt auf der Gestaltung von immersiven Wanderausstellungen, die Chaplins universelle Themen und Gefühle einem weltweiten Publikum näherbringen und so die internationale Reichweite und Wirkung des Museums vergrössern sollen.
Bewahrung des Kulturerbes
Das Museum wurde 2016 im historischen Manoir du Ban eröffnet, wo Charlie Chaplin die letzten 25 Jahre seines Lebens verbrachte. Es ist ein bedeutender Teil des Schweizer und des globalen Kulturerbes. Die neuen Eigentümer haben sich verpflichtet, die historische Integrität des Ortes zu bewahren und zugleich seine kulturelle Bedeutung zu stärken. Die bestehenden Einrichtungen des Museums, darunter das Filmstudio, nachgebaute Kulissen, Wachsfiguren und Archivmaterial, sollen unter der neuen Leitung erhalten und weiterentwickelt werden, damit Chaplins Erbe in seiner Schweizer Heimat fortlebt.