Graubünden
Fünf Tote und 40 Verletzte bei Reisecar-Unfall in Graubünden
Fünf Menschen starben und 40 wurden verletzt, als ein niederländischer Reisecar bei Zernez im Kanton Graubünden umkippte. Die Ermittlungen dauern nach einem gross angelegten grenzüberschreitenden Rettungseinsatz mit Helikoptern und Ambulanzen an.

Fünf Menschen starben und 40 weitere wurden verletzt, als ein niederländischer Reisecar am Donnerstag, 10. September 2026, im Südosten der Schweiz umkippte, wie die Kantonspolizei Graubünden mitteilte. Der Unfall ereignete sich in der Nähe von Less, zwischen Zernez und Susch, in einem von Bauarbeiten betroffenen Gebiet.
Im Reisecar sassen 45 erwachsene Passagiere, als er durch das Engadin fuhr. Die Polizei bezeichnete den Vorfall als Selbstunfall. Der Reisecar kam von der Strasse ab und kippte um. Die Rettungskräfte mussten sich in schwierigem alpinem Gelände um zahlreiche Verletzte kümmern.
Drei Passagiere wurden schwer, sieben mittelschwer und 30 leicht verletzt. Die Polizei gab die Zahlen am Freitag, 11. September, bekannt.
Der Unfall setzte die Rettungsdienste in der ganzen Region unmittelbar unter Druck und löste einen koordinierten Einsatz von Einsatzkräften am Boden und aus der Luft aus. Die Behörden haben die Identität und die Nationalität der Todesopfer nicht bekannt gegeben. Die Passagiere gehörten zu einer niederländischen Reisegruppe, womit der Unfall zu einem internationalen Ereignis in einer der meistbesuchten Tourismusregionen der Schweiz wurde.
Rettung aus der Luft und am Boden
Sieben Rettungshelikopter und 13 Ambulanzteams waren nach dem Umkippen des Reisecars im Einsatz. Helikopter aus der Schweiz und dem Ausland transportierten Verletzte vom abgelegenen Unfallort in Spitäler, während Ambulanzteams die Evakuierung am Boden unterstützten.
Das Ausmass des Einsatzes spiegelte die Anzahl und Schwere der Verletzungen wider. 40 Passagiere benötigten medizinische Hilfe, darunter drei schwer verletzte Personen. Mehrere Rettungsdienste arbeiteten in einem gebirgigen Strassenkorridor zusammen, wo das Gelände, Bauarbeiten und enge Strassen die Zufahrt erschweren können.
Der Einsatz beschränkte sich nicht auf die unmittelbare Rettung. Die Gemeinde Zernez richtete eine Anlaufstelle für die vom Unfall betroffenen Personen ein und stellte Erfrischungen bereit. Solche Anlaufstellen bieten Überlebenden und anderen Betroffenen eines schweren Unglücks einen Ort, an dem sie auf Informationen und Hilfe warten können, während die medizinischen und polizeilichen Massnahmen weiterlaufen.
Die Behörden haben nicht bekannt gegeben, in welche Spitäler die Verletzten gebracht wurden. Die Polizei hat auch nicht mitgeteilt, wie lange die Strasse gesperrt war oder ob die Bauarbeiten den Fahrweg des Reisecars direkt beeinflussten. Die Unfallursache ist weiterhin unbekannt.
Ermittler untersuchen die Strasse
Der Unfall ereignete sich in einem Baustellenbereich bei Less, auf der Strecke zwischen Zernez und Susch. Die Strasse ist Teil des Verkehrsnetzes durch das Engadin, einer Region, die für ihre hochalpinen Pässe, Dörfer und den internationalen Tourismus bekannt ist.
Die Polizei teilte mit, dass der Reisecar von der Strasse abkam, bevor er umkippte. Ihre erste Einschätzung stuft den Vorfall als Selbstunfall ein, erklärt jedoch nicht, weshalb der Fahrer die Kontrolle verlor. Die Ermittler werden den Strassenverlauf, den Baustellenbereich, das Wetter und die Sichtverhältnisse, den Zustand des Reisecars sowie das Verhalten des Fahrers untersuchen. Einzelheiten dazu wurden bisher nicht bekannt gegeben.
Der Ort ist von Bedeutung, weil Rettungseinsätze im Südosten Graubündens eine sorgfältige Koordination zwischen den lokalen Diensten und der Luftrettung erfordern können. In diesem Fall beteiligten sich Helikopter aus der Schweiz und dem Ausland am Einsatz, während Ambulanzteams die verletzten Passagiere in Spitäler brachten.
Die Anwesenheit der niederländischen Reisegruppe unterstreicht zudem den internationalen Charakter des Reisens in den Schweizer Alpen. Reisecars transportieren regelmässig Besucher durch die Gebirgskorridore Graubündens, wo die Verkehrssicherheit von klarer Signalisation, gesicherten Baustellenbereichen und vorsichtigem Fahren abhängt. Keine offizielle Feststellung bringt die Bauarbeiten mit dem Unfall in Verbindung.
Ergebnisse der Untersuchung abwarten
Die Unfallursache wird weiterhin untersucht, und die Polizei hat weder Festnahmen noch Anklagen oder eine vorläufige Erklärung bekannt gegeben. Die Ermittler werden nun den Weg des Reisecars von Zernez in Richtung Susch rekonstruieren und feststellen, was geschah, bevor das Fahrzeug von der Strasse abkam.
Die Untersuchung dürfte Fahrzeugkontrollen, Zeugenaussagen und Beweise vom Unfallort einbeziehen. Die Behörden könnten zudem den Baustellenbereich und allfällige verfügbare Aufzeichnungen des Reisecars prüfen. Bislang haben sie lediglich bestätigt, dass das Fahrzeug umkippte und kein anderes Fahrzeug beteiligt war.
Für die Überlebenden und Angehörigen stehen die medizinische Versorgung und verlässliche Informationen im Vordergrund. Die Anlaufstelle in Zernez bietet vor Ort Unterstützung, während die Spitäler die Verletzten behandeln und die Behörden sich mit der niederländischen Reisegruppe abstimmen.
Die Tragödie wird auch die Sicherheit von Reisecars in den Schweizer Bergregionen erneut in den Fokus rücken. Welche Lehren sich für Strassenbetreiber, Bauverantwortliche oder die Einsatzplanung ziehen lassen, hängt von den Ergebnissen der offiziellen Untersuchung ab. Die Kantonspolizei Graubünden dürfte im Verlauf der Ermittlungen weitere Informationen bekannt geben.