Tourismus
Eurovision-Erfolg sorgt für Rekord bei den Hotelübernachtungen in Basel
Im Mai 2025 verzeichneten die Basler Hotels mit 150'854 Logiernächten die höchste Auslastung seit 90 Jahren. Während des Finales des Eurovision Song Contest waren 89 % der Hotelzimmer belegt.

Basel boomt, und die Zahlen sind schlichtweg historisch. Zum ersten Mal seit der Zwischenkriegszeit, 1934, hat die Stadt bisherige Tourismusrekorde übertroffen: Allein im Mai 2025 wurden unglaubliche 150'854 Logiernächte verzeichnet. Das entspricht einem kräftigen Anstieg von 8,4 % gegenüber dem Vorjahr und deutet auf eine goldene Zeit für das Gastgewerbe des Kantons hin.
Das Statistische Amt bestätigte am Dienstag, dass die Basler Hotels Auslastungswerte erreichen, wie es sie seit fast einem Jahrhundert nicht mehr gegeben hat. Es handelt sich nicht um einen allmählichen Anstieg, sondern um einen deutlichen Sprung, der Basels wachsende Bedeutung als erstklassige europäische Destination unterstreicht. Der Mai markiert üblicherweise den Beginn des sommerlichen Ansturms. Die diesjährigen Zahlen, 22 % höher als im April, zeigen jedoch eine beispiellose Nachfrage nach dem Angebot der Stadt. Die grosse Zahl der Gäste hat die lokale Wirtschaft verändert: Lobbys und Restaurants sind voll, und die Erholung nach der Pandemie erhält neuen Schwung.
Der Eurovision-Effekt
Der Eurovision Song Contest (ESC) war der unbestrittene Motor hinter diesem Tourismusboom. Während der entscheidenden ESC-Woche vom 10. bis 17. Mai verzeichnete die Stadt 40'414 Logiernächte und wurde damit zum pulsierenden Zentrum der europäischen Popkultur. Der Höhepunkt der Veranstaltung, das grosse Finale am 17. Mai, brachte die Hotelkapazitäten an ihre absolute Grenze: Die Zimmerauslastung erreichte beeindruckende 89 %.
Auch in den Tagen vor dem Finale war die Stadt gut besucht. Während des ESC lag die Nettozimmerauslastung im Durchschnitt bei 77 %. Der grosse Zustrom von Fans, Delegationen und Medienschaffenden füllte nicht nur die Betten, sondern verlieh auch den Strassen eine besondere Energie. Am Tag nach dem Finale sank die Auslastung erwartungsgemäss auf 42 %, als die Menschenmengen abreisten. Die anhaltend hohe Nachfrage während der Woche bescherte den 62 Hotels, die in diesem Zeitraum in Betrieb waren, jedoch einen beträchtlichen Umsatz. Der Sieg des österreichischen Sängers JJ machte zwar Schlagzeilen, doch für die Basler Hoteliers war der eigentliche Gewinn der unbestreitbare wirtschaftliche Nutzen, den die Austragung des grössten Musikspektakels des Kontinents mit sich brachte.
Das Zusammentreffen internationaler Grossanlässe
Während der Eurovision Song Contest im Rampenlicht stand, sorgte eine ideale Kombination wichtiger Veranstaltungen für diesen Rekordmonat. Basel meisterte erfolgreich mehrere hochkarätige Anlässe gleichzeitig und bewies damit seine organisatorischen Fähigkeiten. Neben dem musikalischen Trubel des ESC fanden in der Stadt der renommierte Swiss Biotech Day, das Europäische Jugendchor-Festival und die grosse Popkulturveranstaltung Fantasy Basel statt.
Diese Häufung von Anlässen zog ein vielfältiges Publikum an: Führungskräfte aus der Biotechnologie trafen auf Cosplay-Fans und Chöre. Dadurch blieb die Nachfrage den ganzen Monat über hoch, nicht nur während der ESC-Woche. Die durchschnittliche Auslastung lag im Mai bei soliden 70 % und damit zehn Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Dass Basel gleichzeitig so unterschiedliche Branchen anziehen und beherbergen kann, unterstreicht die Vielseitigkeit und Widerstandsfähigkeit der Stadt als Austragungsort für internationale Kongresse und kulturelle Veranstaltungen.
Internationale Gäste treiben das Wachstum an
Die treibende Kraft hinter diesen Zahlen ist eindeutig das internationale Publikum. Gäste aus dem Ausland machten den grössten Teil der Buchungen aus und sorgten für 89'983 Logiernächte, gegenüber 60'871 von Gästen aus der Schweiz. Dieses Verhältnis signalisiert eine vollständige Erholung des Vertrauens in den internationalen Reiseverkehr und rückt Basel auf der Weltkarte in den Vordergrund.
Der Unterschied verdeutlicht, wie wichtig der grenzüberschreitende Tourismus für die Schweizer Wirtschaft ist. Der Inlandtourismus bleibt zwar ein stabiles Fundament, doch erst die Rückkehr der internationalen Reisenden hebt die Auslastung von «gut» auf «rekordverdächtig». Mit einem Anstieg von 22 % gegenüber dem April ist die Entwicklung klar: Basel ist nicht nur ein Zwischenhalt, sondern ein eigenständiges Reiseziel. Nach diesem historischen Mai steht die Stadt nun vor der Herausforderung, den Schwung beizubehalten und zu beweisen, dass sie auch über den Glanz der Grossveranstaltungen hinaus eine hohe Leistung im Gastgewerbe aufrechterhalten kann.