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Swiss Observer

Umweltverantwortungsinitiative stösst auf Widerstand des Bundesrats

Der Schweizer Bundesrat empfiehlt, die Umweltverantwortungsinitiative im Februar abzulehnen. Er begründet dies mit Bedenken hinsichtlich der wirtschaftlichen Auswirkungen und des Zeitplans für die Umsetzung.

Umweltverantwortungsinitiative stösst auf Widerstand des Bundesrats
AISWI swissinfo.ch

Der Bundesrat hat die Initiative kategorisch abgelehnt. In einem klaren Schritt im Vorfeld der Abstimmung vom 9. Februar fordern der Bundesrat und das Parlament die Stimmberechtigten dazu auf, bei der Umweltverantwortungsinitiative mit «Nein» zu stimmen. Die Botschaft aus Bern ist glasklar: Die Natur muss zwar geschützt werden, doch dieser konkrete Vorschlag geht zu weit. Die Initiative mit dem offiziellen Titel «Für eine verantwortungsvolle Wirtschaft innerhalb der planetaren Grenzen» ist frontal mit dem politischen Pragmatismus kollidiert.

Umweltminister Albert Rösti führt den Widerstand gegen den Vorschlag an. Er betont, die Forderungen der Initiative seien nicht nur ehrgeizig, sondern gefährdeten auch die Stabilität des Landes. «Der von der Initiative geforderte Ansatz geht zu weit», erklärte Rösti und signalisierte damit einen heftigen politischen Kampf in den kommenden Wochen. Der Bundesrat argumentiert, dass der Grundgedanke des Ressourcenschutzes zwar berechtigt sei, der von der Initiative vorgeschlagene Mechanismus aber grundlegend fehlerhaft wäre und die Schweizer Lebensweise beeinträchtigen würde.

Wirtschaftliche Erschütterungen erwartet

Es drohen Verbote, Vorschriften und Einschränkungen. Das ist die eindringliche Warnung des Umweltdepartements vor den möglichen Folgen eines «Ja». Der Bundesrat ist der Ansicht, dass die Umsetzung der Initiative eine beispiellose Welle staatlicher Eingriffe in das Privatleben der Schweizer Bevölkerung auslösen würde. Es gehe nicht um geringfügige Anpassungen: Die Behörden warnen vor «weitreichenden negativen Folgen», die sich auf die gesamte Wirtschaft auswirken würden.

Die Folgen wären am Esstisch, in der Einfahrt und in den eigenen vier Wänden spürbar. Das Departement hat ausdrücklich die Bereiche Ernährung, Wohnen und Mobilität genannt, in denen mit starken Einschränkungen zu rechnen wäre. Der Bundesrat vertritt den Standpunkt, die Initiative würde den Abbau der heutigen wirtschaftlichen Freiheiten erzwingen und diese durch ein starres System von Verboten ersetzen, auf dessen Folgen die Bevölkerung nicht vorbereitet sei. Die Botschaft ist klar: Wer für die Initiative stimmt, stimmt für eine Einschränkung der Wirtschaft.

Die unmögliche Zehnjahresfrist

Innerhalb von nur zehn Jahren soll der Konsum drastisch sinken. Die zentrale Forderung der Initiative, die Schweizer Wirtschaft innert zehn Jahren in die «planetaren Grenzen» zu bringen, bezeichnen ihre Gegner als logistisch unmöglich. Bundesrat Rösti betont, dass die durch den Konsum verursachte Umweltbelastung in dieser kurzen Zeit «stark reduziert» werden müsste. Der Bundesrat hält dieses Tempo für unverantwortlich.

Dieser beschleunigte Zeitplan ist der Kern des Konflikts. Der Bundesrat anerkennt zwar, dass Ressourcen geschont werden müssen, setzt sich aber für einen stetigen, gesteuerten Wandel mit den bestehenden Massnahmen ein statt für einen verfassungsrechtlichen Schock. Die Zehnjahresfrist erzwingt eine Entweder-oder-Entscheidung: eine schrittweise Entwicklung nach geltendem Recht oder einen radikalen, erzwungenen Wandel, der nach Ansicht des Bundesrats die wirtschaftliche Stabilität erschüttern würde.

Entscheid an der Urne

Der 9. Februar rückt näher. Während sich das Land auf den Urnengang vorbereitet, verlaufen die Fronten zwischen ökologischer Dringlichkeit und wirtschaftlicher Sicherheit. Aktuelle Prognosen deuten bereits auf ein «Nein» hin. Das legt nahe, dass die Warnungen des Bundesrats vor wirtschaftlichen Verwerfungen bei den Stimmberechtigten Gehör finden. Die Debatte macht jedoch ein grundlegendes Spannungsfeld der modernen Schweiz deutlich: das dringende Bedürfnis nach Nachhaltigkeit und die Angst, den Wohlstand zu verlieren.

Der Bundesrat hält an seiner Strategie fest, die Ressourcen mit bestehenden Massnahmen zu schonen, und lehnt neue Verfassungsaufträge ab. Im Februar entscheiden die Stimmberechtigten, ob sie den bisherigen Kurs beibehalten oder einen historischen, wenn auch riskanten, Kurswechsel hin zu strengen Umweltverantwortungsvorgaben verlangen wollen. Das Ergebnis wird die wirtschaftliche und ökologische Entwicklung des Landes für die nächste Generation prägen.