Kriminalität
Englischer Student wegen Phishing-Betrugs zulasten Schweizer Banken zu sieben Jahren Haft verurteilt
Ein Londoner Gericht verurteilt einen 21-jährigen Studenten wegen eines ausgeklügelten Phishing-Betrugs zum Nachteil von Kundinnen und Kunden Schweizer Banken zu sieben Jahren Haft.

Ein 21-jähriger englischer Student ist von einem Londoner Gericht zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte eine gross angelegte Phishing-Operation organisiert, bei der Kundinnen und Kunden Schweizer Banken um rund 2,4 Millionen Franken (2,98 Millionen Dollar) betrogen wurden. Das Urteil bildet den Abschluss einer gemeinsamen internationalen Ermittlung, die in der Schweiz ihren Anfang nahm, und verdeutlicht den globalen Charakter der modernen Cyberkriminalität.
So funktionierte der Betrug
Die Operation des Studenten drehte sich um ein ausgeklügeltes «Phishing-Kit», das er entwickelt und verbreitet hatte. Damit liessen sich äusserst überzeugende gefälschte E-Banking-Login-Seiten verschiedener Schweizer Banken erstellen. Arglose Kundinnen und Kunden gaben ihre Zugangsdaten ein, weil sie glaubten, sich auf der offiziellen Website ihrer Bank zu befinden. Der Student fing diese vertraulichen Daten ab und verschaffte sich anschliessend unbefugten Zugang zu den Konten, um deren Guthaben abzuschöpfen. Der Erfolg des Betrugs beruhte darauf, dass die gefälschten Seiten die echten Bankenportale perfekt nachahmten und so Dutzende Opfer täuschten.
Die Schweizer Ermittlungen
Die Bundesanwaltschaft (BA) eröffnete 2022 eine Strafuntersuchung und fasste dabei mehr als 30 einzelne Betrugsfälle aus verschiedenen Kantonen zusammen, die alle mit demselben Täter in Verbindung standen. Gemeinsam mit dem Bundesamt für Polizei (Fedpol) führten die Schweizer Behörden eine sorgfältige digitale Ermittlung durch. Diese Zusammenarbeit war entscheidend, um das Phishing-Kit und das gestohlene Geld bis zu dem jungen Mann in England zurückzuverfolgen und ihn erfolgreich als Urheber und Vertreiber der Schadsoftware zu identifizieren.
Justiz über Landesgrenzen hinweg
Nachdem der Verdächtige identifiziert worden war, folgte ein wichtiger Schritt der internationalen Zusammenarbeit. Das Strafverfahren wurde von der Schweiz an die britischen Behörden übertragen, da das Vereinigte Königreich bereits ein ähnliches Verfahren gegen dieselbe Person führte. Die reibungslose Übergabe des Falls zeigt, wie wirksam die rechtliche Zusammenarbeit der beiden Länder bei der Bekämpfung von Cyberkriminalität ist. Das Verfahren endete damit, dass das Londoner Gericht eine siebenjährige Haftstrafe verhängte und so für Gerechtigkeit sorgte.
Folgen für die Cybersicherheit
Dieser Fall erinnert eindringlich daran, dass Phishing-Angriffe eine anhaltende und sich wandelnde Bedrohung für den globalen Finanzsektor darstellen. Aus Schweizer Sicht macht er deutlich, dass selbst ein sicheres Bankenumfeld durch ausgeklügelte Methoden der sozialen Manipulation gefährdet werden kann. Die erfolgreiche Identifizierung und Strafverfolgung des Täters zeugt jedoch auch davon, wie wirksam die koordinierte internationale Polizeiarbeit ist. Die Zusammenarbeit zwischen den Schweizer und den britischen Behörden liefert ein Modell für die Bekämpfung grenzüberschreitender Cyberkriminalität und zeigt, dass sich Kriminelle nicht immer hinter Landesgrenzen verstecken können.