Verkehr
Osterverkehr: Zehn Kilometer Stau am Gotthardtunnel
Reisende im Osterverkehr müssen mit erheblichen Verzögerungen rechnen. Am Nordportal des Gotthardtunnels stauen sich die Fahrzeuge auf zehn Kilometern, weshalb die Autobahneinfahrten in Göschenen und Wassen gesperrt wurden.

Eine zehn Kilometer lange Blechlawine hat die Zufahrt zum Gotthardtunnel von Norden her vollständig zum Erliegen gebracht. Kurz nach Mittag an diesem Sonntag sassen Reisende im Osterverkehr in einem logistischen Albtraum fest, während sich die Fahrzeugkolonne scheinbar endlos bis zum alpinen Horizont zurückstaute. Es handelt sich nicht bloss um eine Verzögerung, sondern um die vollständige Blockade einer der wichtigsten Verkehrsachsen Europas.
Gemäss dem Touring Club Schweiz (TCS) müssen Autofahrerinnen und Autofahrer mit einer zermürbenden Wartezeit von einer Stunde und 40 Minuten rechnen. Die Geduld der Reisenden wird bis aufs Äusserste strapaziert, während die Infrastruktur mit dem enormen Rückreiseverkehr zu kämpfen hat. Während die Sonne auf die Berggipfel scheint, ist die Stimmung auf dem Asphalt getrübt, und Tausende Motoren laufen im Stau. Dieser Ansturm macht die kritischen Engpässe im Schweizer Verkehr deutlich, wo ein einzelner Flaschenhals stundenlange Verzögerungen verursachen kann.
Der Ansturm am Wochenende: Eine unablässige Fahrzeuglawine
Das heutige Verkehrschaos ist lediglich der Nachhall eines rekordverdächtigen Wochenendes. Am Samstag geriet die Lage noch mehr ausser Kontrolle, als die Kolonnen im Norden auf beachtliche zwölf Kilometer anwuchsen. Der Druck kommt von beiden Seiten der Alpen: Während der Norden die Hauptlast trägt, ist auch das Südportal keineswegs staufrei.
Die Angaben des TCS bestätigen, dass sich der Stau auf der Zufahrt von Süden derzeit über fünf Kilometer erstreckt. Autofahrerinnen und Autofahrer müssen mit einer Wartezeit von 50 Minuten rechnen, bevor sie überhaupt in den Tunnel einfahren können. Die Autobahneinfahrt Airolo wurde gesperrt, ähnlich wie die Einfahrten im Norden. Der unablässige Fahrzeugstrom zeigt, dass die Infrastruktur ihre Belastungsgrenze erreicht hat und mit dem starken grenzüberschreitenden Tourismus sowie den Rückreisenden kaum fertigwird.
Sperrungen zum Schutz der Anwohner: Uri riegelt Zufahrten ab
Um die lokalen Gemeinden zu schützen, haben die Behörden die Autobahneinfahrten in Göschenen und Wassen faktisch abgeriegelt. Mit dieser drastischen Massnahme soll der Ausweichverkehr eingedämmt werden. Dabei weichen verzweifelte Autofahrerinnen und Autofahrer auf ruhige Dorfstrassen aus, um den Stau auf der Autobahn zu umgehen.
Der Kanton Uri will nicht zulassen, dass seine lokale Infrastruktur unter dem internationalen Transitverkehr zusammenbricht. Die Auswirkungen sind jedoch bereits spürbar: Auf der Kantonsstrasse stauen sich die Fahrzeuge, ein Beleg dafür, wie schwer sich der mehrarmige Stau eindämmen lässt. Die Botschaft der lokalen Behörden ist klar: Bleiben Sie auf der Autobahn oder müssen Sie mit gesperrten Zufahrten rechnen. Diese Schutzmassnahme ist nötig, damit Einsatzkräfte Zufahrt haben und die Bewohnerinnen und Bewohner des Reusstals nicht durch im Stau stehende Touristen belastet werden.
Ausweichrouten: Dem Stau entkommen
Wer noch nicht im Stau steht, dem empfiehlt der TCS dringend, auf die San-Bernardino-Route auszuweichen. Da die Gotthardachse verstopft ist, bietet der San Bernardino Reisenden, die weiterkommen möchten, eine Alternative. Wegen des umgeleiteten Verkehrs ist eine freie Fahrt jedoch nicht garantiert.
Eine Fahrt durch den Gotthard ist derzeit ein Glücksspiel mit der Zeit, das sich nur wenige leisten können. Die aktuelle Lage zeigt deutlich, wie anfällig die Nord-Süd-Achse während der Hauptreisezeiten ist. Mit dem nahenden Abend stellt sich die Frage, ob sich der Stau auflösen wird oder ob eine neue Welle von Rückreisenden die Strassen füllt. Vorerst ist der Rat klar und einfach: Meiden Sie den Gotthard, wenn möglich, oder stellen Sie sich auf eine lange Fahrt ein.