Schweiz
Frühe und heftige Grippesaison erfasst die Schweiz
Die Schweizer Gesundheitsbehörden melden eine ungewöhnlich frühe und rasch um sich greifende Grippesaison. Angesichts steigender Fallzahlen rufen sie die Bevölkerung dazu auf, Vorsichtsmassnahmen zu treffen.

Die Schweiz kämpft mit einem ungewöhnlich frühen und heftigen Beginn der Grippesaison. Die Gesundheitsbehörden melden einen raschen Anstieg der Fälle, Wochen vor der üblichen Zunahme im Dezember. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) ist besorgt, da sich das Virus rasch im ganzen Land ausbreitet. Mit Blick auf die bevorstehenden Wintermonate ruft es die Bevölkerung zu erhöhter Wachsamkeit und vorbeugenden Massnahmen auf.
Ein deutlicher Anstieg der Fallzahlen
Die neuesten Daten unterstreichen die Ernsthaftigkeit der Lage. Am 3. Dezember meldete das BAG eine landesweite Inzidenz von 5,05 Grippefällen pro 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner. Das ist mehr als doppelt so viel wie die 2,05 Fälle in derselben Woche des Vorjahres. Allein in der letzten Novemberwoche wurden 459 laborbestätigte Fälle registriert, beinahe doppelt so viele wie in der Vorwoche. Die Behörden warnen, dass diese Zahlen vermutlich nur die Spitze des Eisbergs darstellen, da viele Personen mit Grippesymptomen keine medizinische Hilfe in Anspruch nehmen und deshalb in der offiziellen Statistik nicht erfasst werden.
Regionale Hotspots zeichnen sich ab
Der Grippeausbruch verläuft nicht in allen Teilen der Schweizerischen Eidgenossenschaft gleich. Der italienischsprachige Kanton Tessin hat sich zu einem bedeutenden Hotspot entwickelt: Dort wurden alarmierende 20,9 Fälle pro 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner verzeichnet, mehr als viermal so viele wie im Landesdurchschnitt. Auch in anderen Kantonen liegen die Infektionsraten über dem Durchschnitt, darunter im Wallis (10,5), in Luzern (8,9), im Thurgau (6,34) und in Genf (6,21). Das deutet auf eine weitverbreitete, regional jedoch unterschiedlich starke Übertragung hin.
Eine Warnung aus Down Under: Was zu erwarten ist
Um den möglichen weiteren Verlauf der Erkrankung vorherzusagen, orientieren sich Schweizer Gesundheitsexpertinnen und -experten häufig an der Südhalbkugel. Die Grippesaison in Australien, die von Juni bis September dauert, gilt als wichtiger Indikator für den europäischen Winter. Australien erlebte dieses Jahr eine Grippesaison mit Rekordzahlen, ein besorgniserregendes Zeichen für die Schweiz. Aufgrund dieses Modells und der derzeit raschen Ausbreitung geht das BAG davon aus, dass die Infektionskurve ihren Höhepunkt noch nicht erreicht hat. Die Lage könnte sich in den kommenden Wochen also weiter verschärfen.
Sich selbst und die Gemeinschaft schützen
Angesichts des heftigen Saisonstarts bekräftigen die Behörden ihre Empfehlungen zum Schutz der öffentlichen Gesundheit. Influenza kann für besonders gefährdete Gruppen besonders gefährlich sein, darunter ältere Menschen, Personen mit chronischen Erkrankungen und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Das BAG empfiehlt dringend eine Impfung. Sie bleibt das wirksamste Mittel, um eine Erkrankung zu verhindern oder deren Schwere deutlich zu verringern. Auch grundlegende Hygienemassnahmen wie häufiges Händewaschen und das Zuhausebleiben bei Krankheit sind entscheidend, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen und die Gemeinschaft zu schützen.