Zum Inhalt springen
Swiss Observer

Überlebende des tödlichen Carunfalls in der Schweiz kehren in die Niederlande zurück

Die letzten niederländischen Überlebenden des tödlichen Carunfalls in Graubünden sind für weitere Behandlungen nach Hause zurückgekehrt. Gleichzeitig laufen die Vorbereitungen für die Rückführung der fünf Todesopfer.

Überlebende des tödlichen Carunfalls in der Schweiz kehren in die Niederlande zurück
AISWI swissinfo.ch

Vier verletzte Überlebende haben die Schweiz inzwischen für weitere Behandlungen in den Niederlanden verlassen. Eurocross Assistance gab den Transfer am Donnerstagabend, dem 18. September, bekannt, acht Tage nachdem der Car in der Nähe von Susch in Graubünden umgekippt war. Die Organisation koordiniert auch die Rückführung der fünf Todesopfer. Sie teilte mit, diese werde voraussichtlich in Kürze erfolgen.

Mit den letzten Spitalverlegungen endet die Schweizer Phase der Notfallversorgung für die niederländischen Fahrgäste. Währenddessen bereiten sich Familien und niederländische Behörden auf Beerdigungen und die weitere medizinische Betreuung zu Hause vor. Der Car war am späten Nachmittag des Donnerstags, 10. September, von Zernez in Richtung Susch unterwegs. Er kam in einer Baustelle von der Strasse ab und kippte unterhalb der Strasse auf die Seite.

Der Unfall brachte Rettungsdienste, Spitäler und grenzüberschreitende Hilfsorganisationen in einer abgelegenen Alpenregion zusammen. Die Rückkehr der Überlebenden ermöglicht es, ihre Behandlung in der Nähe ihrer Angehörigen und im niederländischen Gesundheitssystem fortzusetzen. Für die Angehörigen der Todesopfer sind die formelle Identifizierung und die Rückführung die nächsten unmittelbaren Schritte. Schweizer und niederländische Hilfsdienste bleiben auch während der laufenden Ermittlungen eingebunden.

Angehörige warten auf Rückführung der fünf Todesopfer

Fünf niederländische Staatsangehörige kamen bei dem Unfall ums Leben: vier Frauen im Alter von 71, 75, 79 und 80 Jahren sowie ein 75-jähriger Mann. Ihr Tod ist die schwerwiegendste Folge des Unfalls eines Cars, der 45 Personen durch das Engadin beförderte. Eurocross Assistance organisiert die Rückführung ihrer sterblichen Überreste in die Niederlande.

Die Opferzahlen zeigen das Ausmass des Unfalls. Drei Personen wurden schwer, sieben mittelschwer und 30 leicht verletzt. Der Fahrer überlebte. Die Zahlen umfassen alle Personen an Bord und geben den klarsten verfügbaren Überblick über die unmittelbaren menschlichen Folgen.

Das Alter der Opfer deutet darauf hin, dass sich ältere Reisende im Car befanden. Die verfügbaren Informationen nennen jedoch weder die Beziehungen zwischen den Fahrgästen noch die Reiseorganisation oder ihre Wohnorte. Die Schweizer Behörden haben in den vorliegenden Informationen keine weiteren persönlichen Angaben veröffentlicht. Diese dürften bei den niederländischen Behörden und den Angehörigen der Opfer bleiben, bis die entsprechenden Verfahren abgeschlossen sind.

Die Rückführung umfasst mehr als nur den Transport. Die Angehörigen müssen eine offizielle Bestätigung erhalten, die Beerdigungen organisieren und medizinische sowie administrative Angelegenheiten über zwei Länder hinweg regeln. Eurocross Assistance fungiert als Verbindung für die verletzten Fahrgäste und die Todesopfer und arbeitet dabei mit Schweizer Spitälern und niederländischen Stellen zusammen.

Ermittlungen konzentrieren sich auf die Baustelle

Der Car kam in einer Baustelle zwischen Zernez und Susch von der Strasse ab und kippte anschliessend unterhalb der Fahrbahn um. Der Unfall ereignete sich am späten Nachmittag des 10. September auf einer Route durch den Kanton Graubünden, die das Unterengadin mit der Region Albula verbindet.

Im vorliegenden Bericht wird nicht genannt, weshalb der Car von der Strasse abkam. Auch enthält er keine Schlussfolgerungen zu Geschwindigkeit, Sichtverhältnissen, Strassengestaltung, Signalisation oder möglichen technischen Problemen. Diese Fragen sind Gegenstand der Schweizer Ermittlungen und sollten nicht durch Spekulation beantwortet werden.

Baustellen führen zu wechselnden Verkehrsführungen für Fahrer, Fahrgäste und Rettungskräfte. Provisorische Fahrspuren, verengte Fahrbahnen und veränderte Leitplanken können vertraute Strassen schwer einschätzbar machen, besonders für grosse Fahrzeuge auf Alpenrouten. Die Quelle bestätigt lediglich, dass sich der Car in einer Baustelle befand, als er von der Strasse abkam.

Der Unfall hat die Aufmerksamkeit erneut auf die Verkehrssicherheit in einer Region gelenkt, in der touristische Cars regelmässig steile und kurvenreiche Strassen befahren. Die Behörden und Ermittler in Graubünden müssen den genauen Unfallhergang feststellen, die Baustelle beurteilen und klären, ob Sicherheitsmassnahmen überprüft werden müssen. In den für diesen Artikel verfügbaren Informationen wurden noch keine Ergebnisse dieses Verfahrens veröffentlicht.

Unterstützung in beiden Ländern geht weiter

Die letzten vier hospitalisierten Überlebenden sind in die Niederlande zurückgekehrt, doch die grenzüberschreitende Unterstützung wird weit über die Transfers hinaus andauern. Die Patientinnen und Patienten können nun in der Nähe ihrer Angehörigen und vertrauten Bezugspersonen weiterbehandelt werden, während Schweizer und niederländische Organisationen die praktischen Aufgaben im Zusammenhang mit dem Unfall erledigen.

Eurocross Assistance hat die Rückführung organisiert und koordiniert die Rückführung der fünf sterblichen Überreste. Ihre Rolle zeigt, wie schnell ein schwerer Verkehrsunfall mit ausländischen Besuchern zu einem internationalen Einsatz wird. Schweizer Spitäler leisten die Akutversorgung, die lokalen Behörden kümmern sich um den Unfallort und die Ermittlungen, und niederländische Stellen unterstützen die Patientinnen und Patienten sowie ihre Familien nach der Rückkehr über die Grenze.

Für Graubünden hat der Fall auch eine lokale Dimension der Verkehrssicherheit. Der Unfall ereignete sich auf einer Route, die von Einheimischen, dem Güterverkehr und Besuchern genutzt wird, und betraf ein grosses Passagierfahrzeug in einer provisorischen Baustelle. Allfällige offizielle Empfehlungen werden für künftige Carunternehmen und die Organisation von Baustellen auf Alpenstrassen wichtig sein.

Die nächsten Schritte sind der Abschluss der Rückführung der Todesopfer, die weitere Genesung der Verletzten und die Veröffentlichung bestätigter Ermittlungsergebnisse. Bis dahin ist die bestätigte Bilanz eindeutig: Fünf Menschen kamen ums Leben, 40 überlebten mit unterschiedlich schweren Verletzungen, und die letzten hospitalisierten Überlebenden sind für weitere Behandlungen nach Hause zurückgekehrt.