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Swiss Observer

Verwaltungsratsmitglieder verlassen Schweizer Rüstungsunternehmen Ruag MRO nach Betrugsuntersuchung

Drei Verwaltungsratsmitglieder verzichten beim Schweizer Rüstungsunternehmen Ruag MRO im Zuge einer Betrugsuntersuchung auf eine Wiederwahl. Der Bund erteilt die Décharge nur unter Vorbehalt.

Verwaltungsratsmitglieder verlassen Schweizer Rüstungsunternehmen Ruag MRO nach Betrugsuntersuchung
AISWI swissinfo.ch

Bei einem bedeutenden Schritt beim führenden Schweizer Rüstungsunternehmen Ruag MRO haben drei Verwaltungsratsmitglieder angekündigt, sich nach einer Betrugsuntersuchung nicht zur Wiederwahl zu stellen. Monica Duca Widmer, Nicolas Gremaud und Sibylle Minder Hochreutener werden von ihren Ämtern zurücktreten. Damit kommt es zu einer umfassenden Veränderung in der Führungsstruktur des bundeseigenen Rüstungsunternehmens. Die Rücktritte erfolgen vor dem Hintergrund mutmasslich betrügerischer Aktivitäten, die die Schweizer Behörden auf den Plan gerufen haben.

Bedingte Décharge durch den Bund

Der Bund hat eine vorsichtige Haltung eingenommen und den ausscheidenden Verwaltungsratsmitgliedern die Décharge nur unter Vorbehalt erteilt. Dieser ungewöhnliche Schritt unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Lage und das Bestreben des Bundes, Staatsbetriebe streng zu beaufsichtigen. Das aktuelle Verwaltungsratsmitglied Elisabeth Bourqui ist von diesen Vorbehalten ausdrücklich ausgenommen, was darauf hindeutet, dass sie nicht in die untersuchten Angelegenheiten involviert war. Die bedingte Genehmigung ist ein seltener Fall, in dem der Bund Vorbehalte zur Unternehmensführung eines Staatsbetriebs äussert.

Umbau des Verwaltungsrats und Neubesetzungen

Im Zuge der Neuorganisation bleibt mit den verbleibenden Verwaltungsratsmitgliedern Elisabeth Bourqui, Präsident Jürg Rötheli und Roland Leuenberger, der zu Jahresbeginn dazugestossen ist, eine gewisse Kontinuität gewahrt. Der Bundesrat hat die Nomination von Jean-Marc Lenz, dem ehemaligen CEO der SR Technic Group, als neues Verwaltungsratsmitglied genehmigt. Die Wahl soll an der Generalversammlung am 17. Juni bestätigt werden. Mit dieser Neubesetzung soll die Unternehmensführung gestärkt und zugleich die operative Stabilität des Rüstungsunternehmens gewahrt werden.

Auswirkungen auf die Schweizer Rüstungsindustrie

Die Veränderungen in der Führung von Ruag MRO haben erhebliche Auswirkungen auf die Schweizer Rüstungsindustrie. Als wichtiger Akteur im nationalen Verteidigungssektor sind die Stabilität und die Unternehmensführung des Unternehmens entscheidend, um die militärische Einsatzbereitschaft des Landes und internationale Verteidigungspartnerschaften zu sichern. Das rasche Vorgehen des Bundes und des Unternehmens zeigt, dass die Schweiz in strategischen Sektoren hohe Standards der Unternehmensführung aufrechterhalten will. Mit der Ernennung des erfahrenen Branchenfachmanns Jean-Marc Lenz soll die professionelle Aufsicht und die operative Expertise gestärkt werden.