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Swiss Observer

Regisseur des Credit-Suisse-Dokumentarfilms berichtet von äusserem Druck während der Produktion

Der Regisseur von «Game Over - The Collapse of Credit Suisse» berichtet, dass er unter Druck gesetzt wurde, den Film nicht zu drehen, und zeigt damit die Spannungen rund um den Untergang der Bank auf.

Regisseur des Credit-Suisse-Dokumentarfilms berichtet von äusserem Druck während der Produktion
AISWI swissinfo.ch

Simon Helbling, der 39-jährige Regisseur von «Game Over - The Collapse of Credit Suisse», hat berichtet, dass er während der Produktion seines Dokumentarfilms erheblich unter Druck stand. In einem kürzlich geführten Interview mit Le Temps räumte Helbling ein, dass direkt versucht worden sei, ihn von der Entstehung des Films abzubringen. Trotz dieser Herausforderungen betonte der Regisseur, wie wichtig es sei, diesen entscheidenden Moment der Schweizer Finanzgeschichte zu dokumentieren. Die Schweiz müsse sich mit diesen Ereignissen auseinandersetzen und sie aufarbeiten.

Der historische Rahmen des Dokumentarfilms

Der Dokumentarfilm beleuchtet den Niedergang der Credit Suisse umfassend und setzt 1977 mit dem Skandal um den Chiasso-Ableger des Credito Svizzero ein. Er zeichnet den tiefgreifenden Wandel unter der Leitung von Rainer Gut und die ehrgeizige Expansion der Bank in den US-Markt nach. Diese Expansion sollte sich später als problematisch erweisen und wesentlich zum endgültigen Zusammenbruch der Bank beitragen. Der Film untersucht die Ereignisse, die zur Übernahme durch die UBS im Jahr 2023 führten, ausführlich und zeigt auch die umfangreichen staatlichen Garantien auf.

Fachliche Analyse und Einblicke

Arthur Rutishauser, Chefredaktor der SonntagsZeitung und Drehbuchautor des Films, liefert wichtige Einblicke in den Niedergang der Bank. Er verweist auf die anhaltenden Verluste im US-Geschäft über zwei Jahrzehnte als einen Hauptgrund für den Untergang der Bank. Rutishauser meint, es habe Möglichkeiten zur Rettung gegeben, insbesondere um 2015 bis 2016, als Tidjane Thiam zur Bank kam. Doch die Strategie der Bank, alle Geschäftsbereiche beizubehalten und gleichzeitig grössere Risiken einzugehen, erwies sich letztlich als fatal.

Kulturelle Bedeutung und Schweizer Perspektive

Der Dokumentarfilm markiert einen bedeutenden Moment in der Schweizer Kultur- und Finanzgeschichte, da er sich mit dem Zusammenbruch eines der renommiertesten Institute des Landes befasst. Dass der Film trotz äusseren Drucks realisiert wurde, zeugt vom Schweizer Bekenntnis zu Transparenz und Selbstreflexion. Die Premiere des Dokumentarfilms im Tessin und der anschliessende landesweite Start unterstreichen seine Bedeutung als historische Aufzeichnung und als Anstoss für eine nationale Reflexion über die Zukunft des Bankensektors.