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Swiss Observer

Regierung und Stiftung stärken die Unterstützung für die Opfer des Brandes in Crans-Montana

Nach dem tödlichen Brand in der Silvesternacht in Crans-Montana hat die Schweizer Regierung eine Solidaritätszahlung für die Opfer angekündigt. Die frühere Bundesrätin Doris Leuthard wurde zur Präsidentin einer neuen Stiftung ernannt, die Spenden verwaltet. Unterdessen befinden sich weiterhin 58 Personen im Spital.

Regierung und Stiftung stärken die Unterstützung für die Opfer des Brandes in Crans-Montana
AIThe Local Switzerland

Der Bundesrat hat rasch und entschlossen auf die finanziellen Folgen der Tragödie von Crans-Montana reagiert und eine Solidaritätszahlung von CHF 50'000 für jedes Opfer und jede hinterbliebene Familie angekündigt. Diese wichtige finanzielle Unterstützung soll die unmittelbare wirtschaftliche Not von Familien lindern, die nach dem Verlust geliebter Menschen oder schweren Verletzungen vor grossen finanziellen Schwierigkeiten stehen. Bern wartet nicht darauf, dass die Bürokratie ihren üblichen langsamen Gang nimmt: Die Regierung hat bereits ein dringliches Bundesgesetz zur Bewilligung dieser Gelder verabschiedet und drängt auf dessen Annahme während der kommenden Frühjahrssession im März.

Diese Massnahme ist ein bedeutendes Zeichen nationaler Solidarität und macht deutlich, dass die Eidgenossenschaft dem Wallis in dieser schweren Stunde zur Seite steht. Auch wenn Geld das Grauen der Silvesternacht nicht ungeschehen machen kann, soll die Zahlung Familien die unmittelbaren finanziellen Sorgen nehmen, während sie mit ihrer Trauer ringen. Die Gelder gehen an genau dieselben Personen, die derzeit Nothilfe vom Kanton erhalten. So soll sichergestellt werden, dass bürokratische Hürden die Unterstützung für jene, die sie am dringendsten benötigen, nicht verzögern.

Leuthard übernimmt die Leitung der Hilfe

Die Ernennung der früheren Bundesrätin Doris Leuthard zur Präsidentin der neu gegründeten «Stiftung Beloved» verleiht den Wiederaufbauarbeiten politisches Gewicht. Die Stiftung startet mit zugesagten Mitteln in Höhe von beachtlichen CHF 17 Millionen, darunter eine grosse Zusage von CHF 10 Millionen der Walliser Kantonsregierung. Leuthards Ernennung ist ein klares Signal: Die Bewältigung dieser Krise erfordert höchste Kompetenz und Vertrauen.

Das Mandat der Stiftung konzentriert sich ganz auf die menschlichen Folgen der Katastrophe. Der aus neun Fachleuten aus den Bereichen Medizin und Opferhilfe bestehende Stiftungsrat wird die Verteilung der finanziellen Unterstützung an die Hinterbliebenen, die Verletzten und die Ersthelferinnen und Ersthelfer beaufsichtigen, die sich in die Flammenhölle begaben. Entscheidend ist, dass dem Stiftungsrat auch Vertreterinnen und Vertreter der Opferfamilien angehören, damit die Stimmen derjenigen, die am meisten verloren haben, auf höchster Ebene gehört werden. Mit CHF 1 Million, die sofort für den Betrieb zur Verfügung steht, ist die Stiftung bereit, diese Welle der Solidarität unverzüglich in konkrete Unterstützung umzusetzen.

Spitäler kämpfen um das Leben der Überlebenden

Fast acht Wochen nach dem Brand ist die medizinische Bilanz weiterhin erschreckend hoch: 58 Personen kämpfen in Spitälern in ganz Europa um ihre Genesung. Die Tragödie, die 41 Menschenleben forderte, mehrheitlich jene von Jugendlichen, wirkt sich weiterhin auf Intensivstationen und in Rehabilitationskliniken aus. Zwei Opfer befinden sich in Schweizer Intensivstationen nach wie vor in kritischem Zustand und schweben zwischen Leben und Tod. Weitere 28 Patientinnen und Patienten wurden in Einrichtungen im Ausland verlegt, unter anderem nach Frankreich, Italien und Deutschland.

Die geografische Verteilung der Hospitalisierten unterstreicht das internationale Ausmass dieser Katastrophe. In der Schweiz werden weiterhin 21 Patientinnen und Patienten betreut, während spezialisierte Verbrennungszentren in Lausanne und Zürich rund um die Uhr arbeiten. Unterdessen behandeln Rehabilitationskliniken in Sitten neun Überlebende, die einen langen und beschwerlichen Weg zur körperlichen Genesung vor sich haben. Die hohe Zahl der Langzeitaufenthalte im Spital zeigt die Wucht des Feuers im Le Constellation. Die körperlichen Narben werden Jahre, nicht Monate brauchen, um zu heilen.

Staatsanwaltschaft nimmt Fahrlässigkeit ins Visier

Während die Opfer um ihre Genesung kämpfen, rückt die Justiz den Verantwortlichen für den Brand näher. Die Staatsanwaltschaft hat eine tödliche Kombination aus Fahrlässigkeit und Leichtsinn festgestellt: Zu nahe an die Decke gehaltene Champagner-Wunderkerzen entzündeten leicht entflammbaren Schallschaumstoff und verwandelten die Kellerbar in eine Todesfalle. Die Strafuntersuchung richtet sich inzwischen gegen die Betreiber der Bar, das französische Ehepaar Jacques und Jessica Moretti. Ihnen werden schwere Vorwürfe der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Brandstiftung gemacht.

Der Kreis der Verantwortlichen weitet sich über die Betreiber hinaus aus. Auch gegen den derzeitigen Sicherheitschef von Crans-Montana und einen ehemaligen Brandschutzbeauftragten der Gemeinde wird strafrechtlich ermittelt. Dies wirft ernste Fragen zur behördlichen Aufsicht im Ferienort auf. Es handelt sich nicht bloss um einen Unfall, sondern um ein katastrophales Versagen der Sicherheitsvorschriften. Mit den zunehmenden Erkenntnissen der Untersuchung wächst der Druck, dafür zu sorgen, dass die 41 Todesopfer, darunter 20 Minderjährige, Gerechtigkeit erfahren für eine Tragödie, die offenbar vollständig hätte verhindert werden können.