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Swiss Observer

Nach dem Brand von Crans-Montana: Update zur Genesung der Opfer und zur staatlichen Unterstützung

Ein Update zu den Opfern des Brandes in Crans-Montana zeigt, dass 12 Personen weiterhin in Schweizer Spitälern behandelt werden. Als Reaktion auf die Tragödie hat der Bund angekündigt, Solidaritätsbeiträge auszurichten, um die schwer verletzten Opfer und ihre Familien zu unterstützen.

Nach dem Brand von Crans-Montana: Update zur Genesung der Opfer und zur staatlichen Unterstützung
AISWI swissinfo.ch

Die Zahl der Opfer, die in der Schweiz akut hospitalisiert werden müssen, ist nach der Tragödie von Crans-Montana deutlich gesunken. Die neuesten Daten des nationalen Netzwerks für Katastrophenmedizin, KATAMED, zeigen, dass sich nur noch 12 Patientinnen und Patienten in Schweizer Spitälern befinden. Zehn Tage zuvor waren es noch 21 gewesen. Diese positive Entwicklung deutet darauf hin, dass viele Opfer die kritische Gefahrenzone hinter sich lassen, auch wenn der Weg zur vollständigen Genesung noch lang ist.

Parallel zum Rückgang der akuten Fälle ist auch die Gesamtzahl der in Europa behandelten Patientinnen und Patienten gesunken, und zwar von 58 auf 45 zwischen dem 23. Februar und dem 3. März. Die akute Krisenphase klingt zwar ab, doch die medizinische Situation bleibt für die weiterhin hospitalisierten Personen intensiv. In der Romandie konzentriert sich die Behandlung auf das Universitätsspital Lausanne (CHUV), wo sechs Patientinnen und Patienten weiterhin eine spezialisierte Behandlung erhalten. Diese Bündelung der Versorgung verdeutlicht die Schwere der verbleibenden Fälle: Leichte Verletzungen sind behandelt und die Patientinnen und Patienten entlassen worden, sodass nur noch die komplexesten medizinischen Fälle in den führenden Einrichtungen unseres Landes behandelt werden.

Intensivpflege: Der Kampf geht weiter

Hinter den Zahlen stehen erschütternde Einzelschicksale. Ein Kind kämpft auf der Intensivstation des Universitäts-Kinderspitals Zürich weiterhin um sein Leben. Diese Tatsache erinnert auf bedrückende Weise an die unterschiedslose Grausamkeit des Brandes. Während die Gesamtzahlen rückläufig sind, ist die erforderliche Behandlung der verbliebenen Opfer sehr intensiv. Zusätzlich zu den akuten Spitalaufenthalten wurden sieben Brandverletzte in spezialisierte Rehabilitationskliniken verlegt, darunter sechs in die Clinique de Réadaptation Romande in Sitten und eine Person in die Klinik Bellikon im Aargau.

Die Rehabilitation nach Brandverletzungen ist ein belastender, langwieriger Prozess, der oft monatelange oder jahrelange Therapien erfordert. Dass diese sieben Patientinnen und Patienten in Rehabilitationszentren verlegt wurden, bedeutet, dass sie die unmittelbare Lebensgefahr überstanden haben, nun aber vor der schwierigen Aufgabe des körperlichen Wiederaufbaus stehen. Die medizinische Gemeinschaft in der Schweiz setzt ihr ganzes spezialisiertes Wissen in der Behandlung von Brandverletzungen ein. Für die Familien des Kindes in Zürich und der Personen in der Rehabilitation ist der Albtraum, der an Silvester begann, jedoch noch lange nicht vorbei.

Eingreifen des Bundes: Rasche finanzielle Solidarität

Abweichend vom üblichen bürokratischen Verfahren hat der Bund eine sofortige Solidaritätszahlung von 50'000 CHF für jede schwer verletzte Person und die Angehörigen der Verstorbenen angekündigt. Dabei handelt es sich nicht um ein langwieriges Entschädigungsverfahren, sondern um eine rasche, entschlossene finanzielle Unterstützung, die in einer Zeit «unvorstellbaren Leids» eine Lücke überbrücken soll. Bundespräsident Guy Parmelin erklärte, für diese Familien sei «die Welt stehen geblieben». Deshalb brauche es eine Reaktion, die über blosse Worte hinausgehe.

Dieser Schritt ist von historischer Bedeutung und knüpft an Präzedenzfälle nach dem Anschlag von Luxor 1997 und dem Tsunami von 2004 an. Es handelte sich um seltene Fälle, in denen der Bundesrat die bestehenden Unterstützungsmechanismen für unzureichend hielt. Justizminister Beat Jans bezeichnete den Brand als «Tragödie von aussergewöhnlichem Ausmass» und betonte, dass die Schweiz in Momenten nationaler Bestürzung zusammenstehe. Damit die Betroffenen das Geld ohne Verzögerung erhalten, hat der Bundesrat ein dringliches Bundesgesetz verabschiedet. So soll die parlamentarische Genehmigung in der kommenden Frühjahrssession sichergestellt werden. Diese mutige finanzpolitische Massnahme zeigt, dass die Regierung anerkennt, wie wichtig unmittelbare finanzielle Sicherheit für die Bewältigung einer solchen Katastrophe ist.

Grenzüberschreitende Krise: Eine europäische Anstrengung

Die Folgen des Brandes von Crans-Montana reichen über die Landesgrenzen hinaus und haben einen komplexen internationalen medizinischen Einsatz ausgelöst. Derzeit sind 26 Patientinnen und Patienten im Ausland hospitalisiert, mehr als in der Schweiz. Die Betroffenen sind weit verstreut: 12 kämpfen in Frankreich, 9 in Italien, 4 in Deutschland und 1 in Belgien um ihre Genesung. Unter ihnen sind neun Schweizer Staatsangehörige und fünf ausländische Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz. Dies verdeutlicht die logistischen Herausforderungen für Familien, die ihre Angehörigen aus Hunderten von Kilometern Entfernung unterstützen müssen.

Diese grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist ein Zeichen europäischer medizinischer Solidarität, erschwert aber zugleich die Genesung. Die Solidaritätszahlungen des Bundes und die Koordination durch KATAMED sind wichtige Lebensadern, die diese verstreuten Opfer mit ihrer Heimat verbinden. Während die Frühjahrssession des Parlaments näher rückt und die Hilfsgelder genehmigen soll, liegt der Fokus darauf, diese 26 Personen und die 19 in der Schweiz wieder gesund werden zu lassen. Die Tragödie ereignete sich zwar in einem Walliser Skiort, doch ihre Folgen sind in Spitälern auf dem ganzen Kontinent zu spüren.