Crans-Montana
Betreiber der Bar in Crans-Montana nach tödlichem Brand erneut befragt
Jacques Moretti, gegen den wegen des tödlichen Brandes in der Bar Le Constellation ermittelt wird, wurde am Montag in Sitten erneut befragt. Die Staatsanwaltschaft verschob die geplante Befragung seiner Frau Jessica Moretti auf den 2. Dezember und verwies auf ihren fragilen psychischen Zustand.

Jacques Moretti wurde am Montag, 2. November 2026, in Sitten erneut befragt, während Überlebende und Angehörige der Opfer Antworten zum Brand in der Bar Le Constellation suchten. Moretti traf in einem Polizeiwagen auf dem Campus Energypolis ein und vermied so die Kameras und die Angehörigen, die sich zur Anhörung versammelt hatten. Beim Brand am Neujahrstag kamen 41 Menschen ums Leben, 115 wurden verletzt.
Mehrere Überlebende nahmen zum ersten Mal an einer Anhörung teil, ebenso Angehörige, die von Anwälten vertreten wurden. Sie wollen genau erfahren, wie sich der Brand entwickelte, und Antworten auf offene Fragen im Fall erhalten. Moretti, vertreten durch Rechtsanwalt Patrick Michod, ist eine von 17 Personen, gegen die ermittelt wird.
Die Anhörung war als direkte Gegenüberstellung von Jacques und Jessica Moretti angesetzt. Die Staatsanwaltschaft verschob Jessicas Erscheinen auf den 2. Dezember und verwies auf das, was sie als «einen besonders schweren Zustand psychischer Fragilität» bezeichnete.
Die Ermittlungen im Überblick
Im Rahmen der Ermittlungen stehen 17 Personen im Fokus, darunter das Betreiberpaar der Bar und lokale Amtsträger. Das Verfahren betrifft zudem acht amtierende und ehemalige Politiker aus Crans-Montana und der ehemaligen Gemeinde Chermignon sowie sieben Gemeindevertreter und ehemalige Mitarbeitende.
Die Hauptvorwürfe gegen die Beschuldigten lauten fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Brandstiftung. Dabei handelt es sich um Vorwürfe im Rahmen laufender Ermittlungen, nicht um Schuldsprüche. Seit Anfang Juni wird Jessica Moretti ausserdem Urkundenfälschung vorgeworfen.
Jacques Moretti befindet sich seit Mitte August wegen Vorwürfen häuslicher Gewalt gegen seine Frau in Untersuchungshaft. Seine erneute Befragung fand vor diesem rechtlichen Hintergrund statt, während die Staatsanwaltschaft die geplante Gegenüberstellung mit Jessica verschob. Frühere Anhörungen des Paars fanden am 9. und 20. Januar sowie am 12. Februar statt. Am 5. Juni wurden sie ebenfalls gemeinsam befragt.
Die finanziellen Ermittlungen nachverfolgen
In einer separaten Untersuchung geht es um mutmassliche Geldwäscherei im Zusammenhang mit Kontobewegungen. In einem Schreiben an die Staatsanwaltschaft erklärte Morettis Anwalt, sein Mandant werde Fragen der Privatklägeranwälte zu möglichen Fällen von Geldwäscherei nicht beantworten.
Die Ermittler haben eine separate Untersuchung zu den mutmasslichen Straftaten eröffnet. Die Akten enthalten einen Fedpol-Bericht, der «anomal» erscheinende Bewegungen und «undurchsichtige Transaktionen» auf Bankkonten festhielt. Die Vorwürfe werden weiterhin untersucht.
Die Fragen zur Geldwäscherei stehen neben dem Hauptverfahren zum Brand, in dessen Zentrum mutmassliche Fahrlässigkeit sowie die Todesfälle und Verletzungen im Le Constellation stehen. Die vom Anwalt erklärte Haltung gilt für Fragen der Privatklägeranwälte zur Geldwäscherei. Überlebende und Angehörige nahmen am Montag mit ihren Anwälten an der Anhörung teil und drängten auf eine umfassendere Darstellung des Ablaufs.
Die Anhörung im Dezember im Blick behalten
Jessica Moretti soll am 2. Dezember befragt werden, nachdem die Staatsanwaltschaft ihr für Montag geplantes Erscheinen wegen ihres psychischen Zustands verschoben hatte. Die Anhörung hätte eine erneute direkte Gegenüberstellung mit Jacques Moretti sein sollen, nachdem das Paar bereits am 5. Juni gemeinsam konfrontiert worden war.
Mit der Verschiebung rückt der nächste angesetzte Befragungstermin in den Blick, während das Verfahren gegen Jacques Moretti weiterläuft. Er erschien am 2. November in Sitten. Überlebende und Angehörige waren mit Anwälten anwesend. Ihr erklärtes Ziel ist es, den Ablauf festzustellen und offene Fragen zum Brand zu klären.
Das Verfahren betrifft neben dem Paar auch Politiker, Gemeindevertreter und ehemalige Mitarbeitende. Zu den untersuchten Vorwürfen zählen fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Brandstiftung. Jessica Moretti wird zudem Urkundenfälschung vorgeworfen, während die Ermittler separat mutmassliche Geldwäscherei untersuchen.