Gesundheit
Basler Cannabisstudie zeigt Vorteile für die psychische Gesundheit
Die zweijährige Freizeit-Cannabisstudie «Weedcare» mit 300 Teilnehmenden zeigt weniger Depressionen und Angstzustände, während der Konsum stabil blieb.

In einem Pionierschritt für die Schweizer Drogenpolitikforschung hat die zweijährige Basler Studie «Weedcare» deutliche positive Auswirkungen auf die psychische Gesundheit der Teilnehmenden aufgezeigt. Die wegweisende Untersuchung, die den ersten legalen Versuch mit Cannabis für den Freizeitkonsum in der Schweiz darstellt, hat gezeigt, dass ein regulierter Zugang zu Cannabis mit stabilen Konsummustern vereinbar ist und möglicherweise auch der psychischen Gesundheit zugutekommt.
Studiendesign und Durchführung
Das Projekt Weedcare wurde vom Gesundheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt in Zusammenarbeit mit den Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel, den Psychiatrischen Diensten Aargau und der Universität Basel geleitet. Es nahmen 300 erwachsene Personen teil, die bereits Cannabis konsumierten. Die Studie führte ein kontrolliertes Abgabesystem über lokale Apotheken ein. Angeboten wurden Cannabisprodukte mit unterschiedlichen THC-Gehalten, darunter Produkte mit weniger als 13 % THC, deutlich weniger als bei typischen Konzentrationen auf dem Schwarzmarkt.
Zentrale Erkenntnisse zur psychischen Gesundheit
Die bedeutendsten Ergebnisse der Studie betreffen die Verbesserungen der psychischen Gesundheit der Teilnehmenden. Das Gesundheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt berichtete, dass depressive Symptome und Angstzustände über den zweijährigen Zeitraum deutlich zurückgingen. Wichtig ist, dass diese Verbesserungen eintraten, während die Konsummuster stabil blieben und weder die Häufigkeit des Konsums noch die konsumierte Menge zunahm. Ausserdem stellte die Studie bei den Teilnehmenden einen Rückgang des Suchtverhaltens fest.
Wirtschaftliche und marktbezogene Analyse
Während der Studiendauer wurden 87 Kilogramm Cannabis abgegeben, was einem Marktwert von rund CHF 900'000 entspricht. Die regulierte Preisgestaltung hielt die Kosten bei CHF 8 bis 12 pro Gramm und schuf damit eine konkurrenzfähige Alternative zu illegalen Angeboten. Ein Drittel aller verkauften Produkte wies einen THC-Gehalt von weniger als 13 % auf. Das zeigt, dass Konsumentinnen und Konsumenten an Produkten mit geringerer Wirkstoffstärke interessiert sind, die über nicht regulierte Kanäle üblicherweise nicht erhältlich sind.
Künftige Auswirkungen auf die Schweizer Cannabispolitik
Die Basler Studie läuft voraussichtlich bis Januar 2027. Ihre positiven Zwischenergebnisse beeinflussen bereits den Umgang der Schweiz mit der Regulierung von Cannabis. Auch in anderen grösseren Schweizer Städten wurden ähnliche Versuche gestartet, darunter in Zürich, Lausanne, Bern, Biel und Luzern. Die Ergebnisse liefern wertvolle Daten für die laufenden politischen Diskussionen, während die Schweiz sorgfältig mögliche Wege zu einem regulierten Zugang zu Cannabis prüft. Der Erfolg der Studie, den Konsum stabil zu halten und zugleich die psychische Gesundheit zu verbessern, liefert überzeugende Belege für politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, die regulatorische Reformen erwägen.