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Swiss Observer

Der gefeierte haitianische Filmemacher Raoul Peck steht im Zentrum eines Schweizer Dokumentarfilmfestivals

Der Oscar-prämierte Regisseur hält an den Visions du Réel in Nyon eine Meisterklasse und präsentiert eine Retrospektive

Der gefeierte haitianische Filmemacher Raoul Peck steht im Zentrum eines Schweizer Dokumentarfilmfestivals
AISWI swissinfo.ch

Der Oscar-prämierte haitianische Filmemacher Raoul Peck wird diesen April am renommierten Schweizer Dokumentarfilmfestival Visions du Réel in Nyon im Mittelpunkt stehen. Der bekannte Regisseur, der für seinen eindringlichen Dokumentarfilm «I Am Not Your Negro» bekannt ist, wird sowohl eine Meisterklasse halten als auch eine umfassende Retrospektive seines Werks präsentieren. Damit setzt er einen wichtigen Akzent in der Schweizer Filmkultur.

Festivalprogramm und Retrospektive

Die 56. Ausgabe der Visions du Réel, die vom 4. bis 13. April 2025 stattfindet, zeigt Pecks jüngstes Werk «Ernest Cole: Lost and Found», das soeben an den Special Screenings in Cannes gezeigt wurde. Das Festival präsentiert zudem seine bahnbrechende HBO-Serie «Exterminate All The Brutes», eine tiefgründige Auseinandersetzung mit dem Kolonialismus, die 2022 mit einem Peabody Award ausgezeichnet wurde. Das umfassende Programm, das in Zusammenarbeit mit der Cinémathèque suisse und der Filmabteilung der ECAL organisiert wird, wird am 12. März vollständig vorgestellt.

Pecks Werdegang und Einfluss

Raoul Pecks bemerkenswerter Weg von Haiti zu internationaler Anerkennung in der Filmwelt spiegelt sich in seinem eindringlichen Erzählen wider. Er wurde 1953 geboren und floh vor der Duvalier-Diktatur. Zunächst lebte er im Kongo, bevor er in Brooklyn und Orléans studierte. Nach seiner Tätigkeit als Ingenieur und Ökonom wurde er Filmemacher und schuf bedeutende Werke wie «Lumumba: Death of a Prophet» und den Oscar-prämierten Film «I Am Not Your Negro». Seine Amtszeit als Haitis Kulturminister von 1995 bis 1997 sowie seine Mitwirkung in renommierten Festivaljurys in Cannes, bei der Berlinale und in Sundance unterstreichen seinen Einfluss auf das Weltkino.

Bedeutung für die Schweizer Kultur

Pecks Auftritt an den Visions du Réel bekräftigt die Stellung der Schweiz als wichtige Plattform für den Dokumentarfilm. Die Zusammenarbeit zwischen dem Festival, der Cinémathèque suisse und der ECAL zeigt, dass sich das Land dafür einsetzt, durch das Kino einen kritischen Dialog zu fördern. Die Veranstaltung knüpft an die Schweizer Tradition an, anspruchsvolle und zum Nachdenken anregende Dokumentarfilme zu unterstützen, die globale Themen aus künstlerischer Perspektive behandeln.