Gesellschaft
Studie: Schweizer Rentnerinnen und Rentner sind die glücklichsten in Europa
Eine neue Umfrage zeigt: 80 % der 65- bis 80-jährigen Seniorinnen und Senioren in der Schweiz berichten von einer hohen Lebenszufriedenheit. Finanzielle Sicherheit und soziale Kontakte sind wichtige Faktoren.

Erstaunliche 80 % der 65- bis 80-jährigen Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz geben an, mit ihrem Leben «sehr zufrieden» zu sein. Damit festigt die Schweiz ihren Ruf als bevorzugter Ort, um würdevoll und glücklich alt zu werden. Das ist nicht bloss ein kleiner Vorsprung, sondern ein eindeutiger Erfolg. Laut einer umfassenden Umfrage unter 2063 Personen, die YouGov im Auftrag von Swiss Life durchgeführt hat, überstehen die Rentnerinnen und Rentner des Landes nicht einfach nur den Alltag, sie blühen auf.
Während junge Menschen in vielen Ländern mit wirtschaftlicher Unsicherheit kämpfen, geniessen Seniorinnen und Senioren in der Schweiz ein goldenes Zeitalter. Die Studie zeigt anhand vergleichender Eurostat-Daten, dass die Zufriedenheit in der Schweiz höher ist als in allen anderen europäischen Ländern. Die Gründe für diese beispiellose Zufriedenheit sind klar: eine hohe Mobilität, eine robuste Gesundheit und ein aktives Sozialleben. Während der Rest des Kontinents mit alternden Bevölkerungen ringt, steht die Schweiz als Beispiel dafür, wie der Ruhestand aussehen kann, wenn gesellschaftliche Strukturen ältere Menschen unterstützen.
Der Wohlstandsfaktor: Finanzielle Sicherheit fördert Zufriedenheit
Geld kann Glück nicht kaufen, aber in der Schweiz sichert es es ganz gewiss. Die Daten sind eindeutig: Menschen mit hohem Einkommen berichten von einer deutlich höheren Zufriedenheit als Personen mit tieferem Einkommen. Finanzielle Stabilität wirkt wie eine Festung und schützt Seniorinnen und Senioren vor den Sorgen, die Rentnerinnen und Rentner andernorts plagen. Reichtum ist jedoch nicht der einzige Massstab für Erfolg.
Gesellschaft ist ebenso wichtig wie Kapital. Die Studie hebt einen deutlichen Unterschied in den sozialen Beziehungen hervor: Paare sind deutlich glücklicher als alleinstehende Menschen. Interessanterweise spielt das Geschlecht dabei keine Rolle: Männer und Frauen berichten von gleich hoher Zufriedenheit. Ob jemand Kinder hat oder nicht, ist für das allgemeine Glück statistisch unerheblich. Entscheidend ist die Partnerin oder der Partner an der eigenen Seite. Die Daten legen nahe, dass das Schweizer Rentensystem zwar die Mittel bereitstellt, den Sinn aber das soziale Gefüge einer Partnerschaft gibt.
Alltagsrhythmen: Freizeit, Medien und die häusliche Arbeitsteilung
Der Ruhestand in der Schweiz ist alles andere als bewegungsarm, traditionelle Rollen halten sich jedoch mit beunruhigender Beharrlichkeit. Die Umfrage zeichnet ein anschauliches Bild des Alltags: 77 % der Seniorinnen und Senioren lesen täglich, und 76 % schauen täglich fern. Hinter dieser Freizeitgestaltung zeigt sich jedoch eine ausgeprägte Geschlechterkluft bei der Hausarbeit.
Männer und Frauen geniessen zwar ihren Ruhestand, erleben den Alltag zu Hause aber unterschiedlich. Frauen (74 %) verrichten fast doppelt so häufig täglich Hausarbeit wie Männer (42 %). Diese Zahl zeigt, dass selbst in einer der fortschrittlichsten Gesellschaften Europas die traditionellen häuslichen Pflichten auch im hohen Alter überproportional den Frauen zufallen. Zudem schliesst sich die digitale Kluft, ist aber weiterhin beträchtlich: 30 % der Seniorinnen und Senioren nutzen täglich soziale Netzwerke wie Instagram oder Facebook, während 39 % diese Plattformen nach wie vor ganz meiden und analoge Kontakte bevorzugen.
Familiäre Bindungen: Die wichtige Rolle der Grosseltern
Soziale Isolation, eine Plage in vielen westlichen Ländern, ist hier bemerkenswert selten. Weniger als ein Drittel der 65- bis 74-jährigen Seniorinnen und Senioren in der Schweiz gibt an, sich einsam zu fühlen. Das zeugt von starken Bindungen zwischen den Generationen. Grosseltern spielen dabei eine zentrale Rolle.
Da 60 % der 65- bis 80-Jährigen Enkelkinder haben, bleibt der Zusammenhalt in Schweizer Familien stark. Diese Beziehung ist nicht passiv, sondern aktiv und engagiert. Fast zwei Drittel der Grosseltern betreuen mindestens einmal im Monat ihre Enkelkinder. Dieser regelmässige Austausch hilft nicht nur berufstätigen Eltern, sondern gibt dem Leben älterer Menschen auch Sinn und soziale Nähe. So bewahrt er sie vor der Einsamkeit, die das Älterwerden in anderen entwickelten Ländern oft begleitet.
Die Schweiz liegt vor ihren europäischen Nachbarn
Im europäischen Vergleich ist die Spitzenposition der Schweiz unbestritten. Auch in den skandinavischen Ländern, Österreich, Irland und Malta sind Rentnerinnen und Rentner laut Umfragen glücklicher als die jüngeren Bevölkerungsgruppen. Die Schweiz steht jedoch allein an der Spitze. Nirgendwo sonst in Europa ist der Anteil der «sehr glücklichen» Rentnerinnen und Rentner so hoch.
Dieses Ergebnis unterstreicht eine wichtige Erkenntnis: Die Schweiz ist nicht nur ein Ort zum Arbeiten und Geldverdienen, sondern wohl auch der beste Ort der Welt, um alt zu werden. Die Kombination aus finanzieller Sicherheit, aktivem Lebensstil und starker Einbindung in die Familie schafft eine unübertroffene Lebensqualität. Angesichts des demografischen Wandels in Europa zeigt die Schweiz, wie eine glückliche, gesunde und zufriedene ältere Bevölkerung aussehen kann.