SNB
Schweizerische Nationalbank erzielt 2025 dank Goldpreisen 26 Milliarden Franken Gewinn
Die Schweizerische Nationalbank meldete für 2025 einen provisorischen Gewinn von 26 Milliarden Franken, der grösstenteils auf einen Bewertungsgewinn von 36,3 Milliarden Franken auf ihren Goldbeständen zurückzuführen ist. Dieses Ergebnis ermöglicht bedeutende Ausschüttungen an den Bund und die Kantone, trotz eines Verlusts auf den Fremdwährungspositionen.

Gold allein hat die Bilanz der Schweizerischen Nationalbank für 2025 gerettet und zu einem provisorischen Gewinn von 26 Milliarden Franken (32,5 Milliarden US-Dollar) geführt. Während die Zentralbank andernorts Verluste verkraften musste, erzielte das Edelmetall einen beträchtlichen Bewertungsgewinn von 36,3 Milliarden Franken. Das ist nicht einfach nur ein Gewinn, sondern ein Beleg für die anhaltende Stärke von Sachwerten in einer volatilen Weltwirtschaft.
Die provisorischen Berechnungen der SNB zeigen ein von starken Gegensätzen geprägtes finanzielles Bild. Der Gewinn von 26 Milliarden Franken liegt zwar deutlich unter dem Rekordüberschuss von 80,7 Milliarden Franken im Jahr 2024, stellt aber weiterhin ein robustes Ergebnis dar und unterstreicht die Widerstandsfähigkeit der Schweizer Geldpolitik. Dass der Bewertungsgewinn auf Gold den ausgewiesenen Gesamtgewinn sogar übertrifft, zeigt, wie wichtig der Rohstoffboom für die Hüter des Frankens war. Ohne diesen goldenen Rettungsanker sähe die Schlagzeile ganz anders und deutlich düsterer aus.
Verluste bei Fremdwährungen, Glanz beim Gold
Während der Goldpreis in die Höhe schoss, erlitt das umfangreiche Fremdwährungsportfolio der SNB einen empfindlichen Rückschlag und verzeichnete einen Verlust von rund 9 Milliarden Franken. Das zeigt, wie schwierig das Terrain ist, auf dem sich die Zentralbank bei der Verwaltung ihrer gewaltigen Bilanz bewegen muss. Der Verlust auf den Fremdwährungspositionen steht in starkem Gegensatz zum Ergebnis des Vorjahres und erinnert eindringlich an die Risiken einer globalen Vermögensverwaltung.
Auch im Inland war die Lage anspruchsvoll. Die Positionen in Schweizer Franken verzeichneten einen Verlust von 900 Millionen Franken und belasteten das Ergebnis zusätzlich. Die auseinanderlaufende Entwicklung zwischen dem stark gestiegenen Goldwert und den schwächelnden Währungspositionen zeigt eine Zentralbank, die sich stark auf ihre strategischen Reserven stützt, um Marktturbulenzen auszugleichen. Der Verlust von 9 Milliarden Franken ist nicht bloss eine Statistik, sondern der Preis für die Wahrung der geldpolitischen Stabilität in einem unberechenbaren internationalen Umfeld. Dass die SNB diese Verluste verkraften und trotzdem einen Gewinn von mehreren Milliarden Franken ausweisen kann, zeigt, wie solide ihr finanzielles Fundament ist.
Kantone freuen sich über Milliarden für die öffentliche Hand
Für den Bund und die Kantone ist die Ankündigung der SNB nichts weniger als eine finanzielle Stütze. Insgesamt werden 4 Milliarden Franken an die öffentliche Hand ausgeschüttet, deutlich mehr als die 3 Milliarden Franken im Vorjahr. Angesichts knapper werdender Budgets ist diese Finanzspritze für die Finanzdirektorinnen und Finanzdirektoren der Kantone zentral.
Die Modalitäten dieser Ausschüttung sind genau festgelegt und rechtlich gebunden. Nach der Zuweisung von 12,7 Milliarden Franken an die Rückstellungen für Währungsreserven und unter Berücksichtigung einer Ausschüttungsreserve von 12,9 Milliarden Franken stabilisiert sich der Bilanzgewinn bei rund 26 Milliarden Franken. Dieser Spielraum ermöglicht es der SNB, nicht nur den Staat zu unterstützen, sondern den Aktionärinnen und Aktionären auch eine Dividende von 15 Franken pro Aktie auszurichten, dem gesetzlich zulässigen Höchstbetrag. Die Ausschüttung bestätigt die Doppelrolle der SNB: Sie wacht über die Preisstabilität und leistet zugleich einen wichtigen Beitrag zum Schweizer Finanzhaushalt.
Durch die Volatilität: von Rekordhöhen zu stabilen Gewinnen
Die Ergebnisse für 2025 markieren nach den Höhenflügen von 2024 eine Rückkehr auf den Boden, stehen aber für Stabilität. Verglichen mit dem Rekordüberschuss von 80,7 Milliarden Franken im Vorjahr mag der Gewinn von 26 Milliarden Franken auf dem Papier wie ein Rückgang wirken. Angesichts der globalen wirtschaftlichen Spannungen ist er jedoch ein solides Ergebnis. Die Zentralbank hat den Sturm der Fremdwährungsverluste erfolgreich überstanden, indem sie ihre historischen Goldreserven nutzte.
Als Nächstes richtet sich der Blick auf den 2. März, wenn die SNB ihren ausführlichen Geschäftsbericht mit den definitiven Zahlen veröffentlichen wird. Bis dahin ist die Botschaft klar: Die SNB bleibt eine tragende Säule der Stärke. Dass Bewertungsgewinne auf Gold Betriebsverluste ausgleichen, wirft jedoch Fragen zur künftigen Ertragslage auf, falls sich die Rohstoffpreise stabilisieren oder zurückgehen. Vorläufig kann die Schweizer Wirtschaft aufatmen: Die Zentralbank beweist einmal mehr, dass sie auch dann einen Gewinn erzielen kann, wenn traditionelle Märkte schwächeln.