Zum Inhalt springen
Swiss Observer

Rekordbeteiligung an Schweizer Schneesportlagern

Die Schweizer Jugendschneesportlager verzeichneten 2024 mit 128’498 Teilnehmenden einen Höchststand seit 20 Jahren. Das zeigt, dass traditionelle alpine Aktivitäten stark an Beliebtheit zurückgewonnen haben.

Rekordbeteiligung an Schweizer Schneesportlagern
AISWI swissinfo.ch

Die Schweizer Jugend erobert die Berge in bisher ungekanntem Ausmass zurück. Unglaubliche 128’498 Kinder und junge Erwachsene stürmten 2024 die Pisten. Das ist die höchste Beteiligung an Schneesportlagern seit zwei Jahrzehnten. Das ist nicht bloss ein kleiner Anstieg, sondern ein deutliches Zeichen der nächsten Generation. Gemäss den definitiven Zahlen des Bundesamts für Sport (BASPO) hat 2024 die bisherigen Höchstwerte deutlich übertroffen und signalisiert eine massive Wiederbelebung der Begeisterung für den alpinen Sport.

Das Ausmass der Aktivitäten ist unbestreitbar. Die Behörden registrierten allein in diesem Jahr 2’788 einzelne Schneesportlager im Rahmen des Programms Jugend+Sport (J+S). Im Vorjahr waren es rund 112’000 Teilnehmende. Der Anstieg im Jahr 2024 markiert einen entscheidenden Wendepunkt. Nach Jahren schwankenden Interesses ist die Lage klar: Die Schweizer Alpen sind so attraktiv wie eh und je, und die Jugend folgt dem Ruf mit grosser Begeisterung.

Bundesbeiträge treiben den Anstieg an

Geld spricht, und im Fall der Schweizer Skilager schreit es geradezu. Der sprunghafte Anstieg der Teilnehmendenzahlen hängt direkt mit einem entschlossenen finanziellen Eingriff des Bundes zusammen. 2020 verdoppelte das Programm Jugend+Sport (J+S) seine finanzielle Unterstützung für diese Lager mehr als. Schulen erhalten nun pro teilnehmende Person und Tag grosszügige 16 Franken, gegenüber den zuvor gewährten bescheidenen 7.60 Franken.

Diese massive Investition hat entscheidende Hürden für Schulen und Familien beseitigt. Indem der Bund die Kosten von Lagern mit einer Dauer von mindestens vier Tagen deutlich subventioniert, hat er den Schneesport von einem möglichen Luxus zu einem festen und erschwinglichen Bestandteil der Schweizer Bildung gemacht. Der Zusammenhang ist unbestreitbar: Investiert der Staat stark in die Jugendkultur, zeigen sich die Ergebnisse, gemessen an Tausenden von Schülerinnen und Schülern im Schnee, unmittelbar und deutlich.

Dem Abwärtstrend getrotzt

Der Weg zu diesem Rekordjahr verlief nicht geradlinig. Zwischen 2003 und 2010 verzeichnete die Schweiz einen besorgniserregenden Rückgang der Beteiligung. Viele befürchteten, die Tradition des Schullagers könnte verblassen. Doch die Widerstandskraft dieses Bereichs hat die Skeptiker widerlegt. Seit 2010 steigen die Zahlen stetig und deutlich. Nur die globalen Ausnahmesituationen während der Pandemie in den Jahren 2021 und 2022 unterbrachen den Aufwärtstrend kurzzeitig.

Sieht man von den durch die Lockdowns beeinträchtigten Saisons ab, blieb die Basis stark und lag im Allgemeinen bei jährlich 95’000 bis 130’000 Teilnehmenden. Doch 2024 sticht heraus. Mit mehr als 128’000 Teilnehmenden zeigt das laufende Jahr, dass die Erholung nicht nur abgeschlossen ist, sondern an Fahrt gewinnt. Der Rückgang Anfang der 2000er-Jahre ist längst in weite Ferne gerückt. Schulen und Sportorganisationen setzen sich nachdrücklich dafür ein, den Schwung aufrechtzuerhalten.

Ein nationales Erbe bewahren

Bei dieser Wiederbelebung geht es um mehr als nur Sport, es geht um Identität. «Es ist eine Art Tradition, die weiterbesteht», sagt Yann Bourquin vom Sportamt Freiburg und bringt damit die Stimmung treffend auf den Punkt. Für die Schweiz ist das Skilager ein Initiationsritus, ein kultureller Eckpfeiler, der Generationen verbindet. Die Rekordzahlen von 2024 zeigen, dass die grundlegende Verbundenheit der Schweiz mit den Bergen trotz des demografischen Wandels und der Klimasorgen ungebrochen ist.

Mit Blick auf die Zukunft wird es darauf ankommen, diesen Höchststand zu halten. Da die Schulen weiterhin fest zu ihren Lagern stehen und die Bundesbeiträge die finanzielle Grundlage sichern, sind die Voraussetzungen für anhaltenden Erfolg gegeben. Der Rekord von 2024 ist keine Ziellinie, sondern ein neuer Massstab. Die Schweiz hat bewiesen, dass ihr winterliches Erbe nicht in der Geschichte verblasst, sondern von einer neuen Generation tatkräftig erneuert wird, die bereit ist, ihren eigenen Weg zu gehen.