Energie
Ausfall des Kernkraftwerks kostet Schweizer Energiekonzerne Millionen
Die Abschaltung des Kernkraftwerks Gösgen dauert bis Februar 2026. Für Alpiq entstehen dadurch voraussichtlich Verluste von über 140 Millionen CHF, zudem verschlechtert sich der Finanzausblick von Axpo.

Das Kernkraftwerk Gösgen, ein zentraler Bestandteil der Schweizer Energieinfrastruktur, ist seit dem 24. Mai 2025 vom Netz getrennt. Dieser inzwischen voraussichtlich bis Februar 2026 andauernde Ausfall stellt eine erhebliche Beeinträchtigung der Stromerzeugungskapazität der Schweiz dar. Die Anlage deckt normalerweise rund 13 % des Stromverbrauchs der Schweiz ab. Ihr Ausfall hinterlässt eine beträchtliche Lücke in der inländischen Energieproduktion, die mit alternativen Quellen geschlossen werden muss.
Finanzielle Folgen
Der anhaltende Stillstand hat erhebliche finanzielle Folgen für die wichtigsten Anteilseigner des Kraftwerks. Alpiq, die Hauptaktionärin mit einem Anteil von 40 %, rechnet für ihr Betriebsergebnis 2025 mit Verlusten von 140 bis 160 Millionen CHF. Axpo, die 25 % hält, erwartet eine Einkommenseinbusse von 150 bis 170 Millionen CHF, verteilt auf die Geschäftsjahre 2024/2025 und 2025/2026. Diese beträchtlichen finanziellen Auswirkungen verdeutlichen, wie wichtig der zuverlässige Betrieb der Anlage für den Schweizer Energiesektor ist.
Technische Probleme und Sicherheitsmassnahmen
Grund für den verlängerten Stillstand sind Bedenken bezüglich des Speisewassersystems des Kraftwerks. Vor der Wiederaufnahme des Betriebs muss der Betreiber umfassende Nachweise zu möglichen Überlastungsszenarien erbringen. Dazu sind eingehende Prüfungen und die Genehmigung durch das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) erforderlich. Dies unterstreicht das Engagement der Schweiz für die Einhaltung strenger Sicherheitsstandards in ihren Kernkraftwerken. Der verlängerte Zeitplan zeigt, wie komplex die technischen Abklärungen und die erforderlichen Sanierungsmassnahmen sind.
Auswirkungen auf die Energieversorgungssicherheit
Da die jährliche Produktion des Kraftwerks Gösgen von 8 Milliarden Kilowattstunden vorübergehend wegfällt, steht die Schweiz vor Herausforderungen bei der Gewährleistung ihrer Energieversorgungssicherheit. Die Situation tritt zu einem kritischen Zeitpunkt ein, während das Land über die Zukunft der Kernenergie debattiert und die Regierung kürzlich darüber diskutiert hat, möglicherweise neue Kernkraftwerke zuzulassen. Der verlängerte Ausfall dient als konkretes Beispiel in der breiteren Diskussion über die Vielfalt und Sicherheit der Energiequellen im Schweizer Stromerzeugungsmix.