EU-Schweiz
EU-Mitgliedstaaten geben grünes Licht für neues bilaterales Paket mit der Schweiz
In einem wichtigen Schritt für die Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU hat der Ausschuss der Ständigen Vertreter der EU der Unterzeichnung eines neuen Pakets bilateraler Abkommen zugestimmt. Damit ist der Weg frei für die formelle Verabschiedung durch den Rat für Allgemeine Angelegenheiten in der kommenden Woche.

Die politische Maschinerie in Brüssel ist endlich in Gang gekommen und hat einen entscheidenden Durchbruch für die Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU gebracht. Am Mittwochmorgen hat der Ausschuss der Ständigen Vertreter der EU (COREPER) dem neuen Paket bilateraler Abkommen offiziell grünes Licht erteilt und damit monatelanges diplomatisches Patt praktisch beendet. Das ist nicht bloss eine formelle Zustimmung, sondern ein deutliches Signal der 27 Mitgliedstaaten, dass die Zeit des Stillstands vorbei ist.
COREPER, das einflussreiche Gremium, das die Arbeit des Rates der Europäischen Union vorbereitet, hat den Weg für das Paket freigemacht, das die Schweizer Regierung bereits im Juni 2025 gutgeheissen hatte. Mit der Zustimmung zur Unterzeichnung signalisiert die EU ihre Bereitschaft, eine von Komplexität geprägte Beziehung zu stabilisieren und auszubauen. Die Dynamik ist nun unübersehbar. Nachdem die Botschafter ihre Zustimmung erteilt haben, geht das Dossier umgehend in die nächste Phase. Damit schwindet die Unsicherheit, die die Wirtschaftsplanung von Unternehmen auf beiden Seiten der Grenze belastet hat.
Weniger Bürokratie: Ein Erfolg dank schlankerem Verfahren
Um den Zeitplan für die Umsetzung deutlich zu beschleunigen, hat Brüssel beschlossen, den bürokratischen Umweg über nationale Ratifikationen zu umgehen. Ein EU-Beamter hat bestätigt, dass die Abkommen ausschliesslich auf EU-Ebene ratifiziert werden, durch den Rat und das Europäische Parlament. Die Parlamente aller 27 Mitgliedstaaten müssen nicht einzeln zustimmen. Das ist ein grosser strategischer Erfolg im Hinblick auf die Effizienz.
Hätte sich die EU für den alternativen Weg entschieden, hätten innenpolitische Auseinandersetzungen in einem einzigen Mitgliedstaat die Abkommen blockieren und das Verfahren womöglich um Jahre verzögern können. Stattdessen wurde die «zweite Option» gewählt, die eine rasche und einheitliche Verabschiedung sicherstellt. Der Entscheid spiegelt den Wunsch wider, die Beziehungen zu festigen, ohne dass verfahrensbedingte Hürden die Verhandlungsfortschritte zunichtemachen. Er zeigt einen pragmatischen Ansatz der Union: Im Vordergrund steht die rasche Anwendung eines Rahmens, der die bilateralen Beziehungen «festigen, vertiefen und erweitern» soll.
Mehr Energie: Zusammenarbeit in zentralen Bereichen
Das grüne Licht hat weitreichendere Folgen als diplomatische Gesten: Es verspricht, Stabilität in die Adern der Schweizer Wirtschaft zu bringen. Die zyprische Präsidentschaft hat das Abkommen als «ausgewogenes und umfassendes Paket» bezeichnet, das sofort konkrete Vorteile mit sich bringt. Besonders wichtig ist, dass das Abkommen die Rechtssicherheit stärkt, ein Gut, das Schweizer Exporteuren in gefährlich knappem Mass zur Verfügung steht.
Der Umfang der Zusammenarbeit wird deutlich erweitert. Das neue Paket ermöglicht eine wichtige Zusammenarbeit im Strombereich und trägt so in einem zunehmend volatilen Markt zur Stabilität des Netzes und zur Energiesicherheit bei. Zudem befasst es sich mit der Gesundheitssicherheit und der Lebensmittelsicherheit und stimmt Schweizer Standards mit europäischen Systemen ab, um die Konsumentinnen und Konsumenten zu schützen. Für die Zukunft der Schweizer Innovation ist vielleicht besonders bedeutsam, dass das Abkommen die Möglichkeiten für Forschende und Studierende erweitert und ihnen erneut Zugang zu EU-Programmen eröffnet, die für den Erhalt des Status der Schweiz als globaler Forschungsstandort unerlässlich sind. Wie die Sprecherin der zyprischen Präsidentschaft anmerkte, geht es darum, eine Union aufzubauen, die «der Welt offensteht», wobei die Schweiz fest als wichtige Partnerin positioniert ist.
Der Countdown bis zum 24. Februar
Nun läuft der Countdown bis zum Ziel. Nachdem COREPER die technische Zustimmung erteilt hat, soll das Dossier dem Rat für Allgemeine Angelegenheiten vorgelegt werden, der nächste Woche, am 24. Februar, tagt. Dieses Gremium setzt sich aus den Aussenministerinnen und Aussenministern der Mitgliedstaaten zusammen und kann den Entscheid formell verabschieden. Damit würde das grüne Licht dieser Woche in eine verbindliche Politik überführt.
Der rasche Übergang von der Zustimmung des Ausschusses zur Verabschiedung durch die Ministerinnen und Minister unterstreicht, wie dringend beide Seiten das Abkommen abschliessen wollen. Der 24. Februar dürfte als Meilensteindatum in die Geschichte der Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU eingehen: Er markiert das formelle Ende der Verhandlungsphase und den Beginn eines neuen Kapitels mit aktualisierten Verträgen und erneuerter Zusammenarbeit. Für den Schweizer Bundesrat und die Europäische Kommission ist das Treffen nächste Woche der Höhepunkt einer jahrelangen, hochrangigen Diplomatie. Die Bühne ist bereitet, die Beteiligten stehen bereit, und das Drehbuch für eine erneuerte Partnerschaft liegt zur Unterzeichnung bereit.