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Swiss Observer

Von TikTok inspirierte Drohungen an Schulen belasten Schweizer Polizei

Schweizer Polizeikräfte stehen wegen von sozialen Medien inspirierten Amokdrohungen an Schulen zunehmend unter Druck. Mehrere Kantone verstärken deshalb ihre Sicherheitsmassnahmen.

Von TikTok inspirierte Drohungen an Schulen belasten Schweizer Polizei
AILe News

Die Schweizer Strafverfolgungsbehörden kämpfen derzeit mit einem mächtigen, unsichtbaren Gegner: einer viralen Mutprobe in den sozialen Medien. Polizeikräfte in mehreren Kantonen sehen sich mit einer Zunahme von Amokdrohungen an Schulen konfrontiert. Das bindet wichtige Ressourcen und erfordert sofortige Aufmerksamkeit. Die Situation geht über harmlose Streiche auf dem Pausenplatz hinaus: Die Behörden müssen jede einzelne digitale Drohung als potenziell tödliche Gefahr behandeln, unabhängig davon, woher sie stammt.

Die Belastung ist spürbar. In Muttenz im Kanton Basel-Landschaft wurde die Polizei aufgeboten, nachdem vor rund einem Monat in einer Schultoilette eine Drohung aufgetaucht war. Die Behörden kamen zwar zum Schluss, dass die Schule nicht unmittelbar geschlossen werden musste, doch die Ermittlungen erforderten beträchtlichen Personalaufwand, um die verantwortliche Person zu identifizieren. Ähnliche Fälle wiederholen sich in der Region. Die Polizei muss deshalb andere Aufgaben zurückstellen, um vermeintlich haltlose, aber Angst auslösende Mutproben in den sozialen Medien zu untersuchen. Der Auftrag ist klar: Sie darf sich nicht einmal irren. Jeder von TikTok inspirierte Beitrag erfordert deshalb eine umfassende Risikobeurteilung.

Der schädliche TikTok-Trend greift auf die Klassenzimmer über

Eine gefährliche digitale Ansteckung greift auf den Alltag an Schweizer Schulen über. Die jüngste Panikwelle hängt direkt mit einer bestimmten Mutprobe zusammen, die auf TikTok kursiert und Schülerinnen und Schüler dazu ermuntert, Gewaltandrohungen zu veröffentlichen. Das Phänomen macht eine entscheidende Diskrepanz deutlich: Die Jugendlichen betrachten solche Handlungen als flüchtige Interaktionen im Internet, während die Folgen schwerwiegend und real sind.

Der Ablauf der Drohung ist einfach, aber verheerend. Im Fall von Muttenz war die Drohung physisch, sie war in einer Toilette an die Wand geschrieben worden. Die Inspiration dafür kam jedoch eindeutig vom Algorithmus. Fachleute schlagen Alarm und fordern ein proaktives Vorgehen. Eine Expertin für soziale Medien betont, die Lösung liege im Dialog. Lehrpersonen müssten mit den Schülerinnen und Schülern intensiv über die Folgen der Nutzung sozialer Medien sprechen. Gleichzeitig sind die Eltern gefordert, darauf zu achten, was ihre Kinder online konsumieren. Die Grenze zwischen einer «viralen Mutprobe» und einer Straftat ist verschwunden. Die Schulen müssen nun die Folgen eines globalen Algorithmus bewältigen, der das Verhalten vor Ort beeinflusst.

Nulltoleranz: Schulausschlüsse und Folgen für die Bildung

Die Schulen reagieren mit strengen Disziplinarmassnahmen. Die Zeiten, in denen Gewaltandrohungen mit einem «Klaps auf die Finger» geahndet wurden, sind vorbei. In Muttenz wurde der Schüler, der als Verfasser der Drohung auf der Toilette identifiziert worden war, umgehend von der Schule ausgeschlossen. Der Schulleiter hat zwar erklärt, dass der Schüler später zurückkehren werde. Die Botschaft an die Schülerschaft ist jedoch unmissverständlich: Wer die Sicherheit der Schule bedroht, verliert seinen Platz dort.

In anderen Fällen sind die Konsequenzen allerdings endgültig. Einem Schüler einer anderen Schule in der Region wurde mitgeteilt, dass er die Schule nach einer ähnlichen Amokdrohung endgültig verlassen muss. Die unterschiedlichen Strafen zeigen, vor welcher komplexen Herausforderung die Schulleitungen stehen: Sie müssen die Sicherheit der Gemeinschaft gegen das Recht des Einzelnen auf Bildung abwägen. Die Angst unter Eltern und Schülerinnen und Schülern bleibt gross und hält auch dann noch an, wenn die Polizei einen Ort für sicher erklärt hat. Die psychische Belastung durch diese «Streiche» schafft eine Atmosphäre der Angst, die den Bildungsalltag beeinträchtigt, den diese Schulen eigentlich schützen wollen.

Öffentlicher Widerstand: Forderung nach Handyverboten

Die Geduld der Schweizer Bevölkerung geht langsam zur Neige. Während diese digitalen Drohungen den Unterricht stören und die Polizeikassen belasten, zeichnet sich bei der Nutzung von Technologie an Schulen ein bedeutender gesellschaftlicher Wandel ab. Eine Ende Dezember 2024 durchgeführte Umfrage zeigt breite Unterstützung für ein vollständiges Handyverbot an Schulen. Das ist keine Aussenseitermeinung mehr, sondern wird zunehmend zu einer Forderung der Bevölkerung, die es leid ist, dass soziale Medien die Sicherheitsvorgaben an Schulen bestimmen.

Der Zusammenhang lässt sich kaum übersehen. Solange Smartphones als wichtigster Verbreitungsweg für diese schädlichen Trends dienen, bleiben die Schulen verwundbar. Die Unterstützung für Verbote zeigt, dass Schweizer Eltern und die Bevölkerung Sicherheit und Konzentration höher gewichten als digitale Vernetzung. Sollte das von TikTok inspirierte Chaos anhalten, dürfte sich diese öffentliche Haltung weiter verfestigen und möglicherweise zu politischen Massnahmen führen, die das Schweizer Klassenzimmer dauerhaft verändern. Die Botschaft aus der Bevölkerung ist unmissverständlich: Geräte ausschalten, um die Sicherheit wiederherzustellen.