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Swiss Observer

Die Schweiz lanciert ein Pionierprojekt zur unterirdischen CO₂-Speicherung bei Zürich

Forschende der ETH Zürich lancieren in Trüllikon eine wegweisende Machbarkeitsstudie zur CO₂-Speicherung und prüfen inländische Lösungen, um die Klimaziele von Netto-Null zu erreichen.

Die Schweiz lanciert ein Pionierprojekt zur unterirdischen CO₂-Speicherung bei Zürich
AISWI swissinfo.ch

Mit einer wegweisenden Initiative, die das Engagement der Schweiz für den Klimaschutz unterstreicht, haben Forschende der ETH Zürich eine ambitionierte Machbarkeitsstudie zur CO₂-Speicherung im ruhigen Dorf Trüllikon lanciert, das nur 30 Minuten nördlich von Zürich liegt. Dieses Pionierprojekt ist ein bedeutender Schritt hin zu inländischen Lösungen, mit denen die Schweiz ihre Klimaziele von Netto-Null erreichen kann, und positioniert das Land an der Spitze der ökologischen Innovation.

Das Projekt Trüllikon: eine Pionierinitiative

Beim Projekt in Trüllikon wird ein bestehendes tiefes Bohrloch, das ursprünglich für Studien zur Lagerung radioaktiver Abfälle gebohrt wurde, als Teststandort für die Technologie zur Abscheidung und Speicherung von CO₂ genutzt. Dieser innovative Ansatz zeigt, wie effizient die Schweiz bestehende Infrastruktur für neue ökologische Lösungen einsetzen kann. Das Projekt dient als wichtige Pilotstudie, um festzustellen, ob die Schweiz CO₂ im Inland speichern oder auf Lösungen im Ausland setzen sollte, etwa auf die Speicherung unter der Nordsee.

Technische Umsetzung und Zeitplan

Seit Herbst 2024 führen Forschende der ETH Zürich tief unter der Oberfläche von Trüllikon detaillierte seismische Messungen durch. Die Messdaten fliessen in ausgefeilte Computermodelle ein, mit denen die Speicherkapazität und mögliche Risiken bewertet werden. Gemäss dem Zeitplan könnten die Tests zur CO₂-Einleitung Mitte 2026 beginnen. Damit würde eine entscheidende Phase zur Überprüfung der Machbarkeit der Technologie eingeläutet. Die Umsetzung erfolgt nach strengen Schweizer Präzisions- und Sicherheitsstandards und umfasst eine laufende Überwachung sowie Datenerhebung.

Umweltauswirkungen und Sicherheitsmassnahmen

Die ökologische Sicherheit steht im Zentrum des Projektdesigns in Trüllikon. Wie die Projektverantwortlichen betonen, soll die Anlage nur vorübergehend betrieben werden, damit die langfristigen Auswirkungen auf die lokale Umwelt möglichst gering bleiben. Um mögliche Risiken abzufangen, wurden umfassende Sicherheitsvorkehrungen und Systeme zur laufenden Überwachung eingerichtet. Das Projekt hält die strengen Schweizer Umweltvorschriften ein und liefert zugleich wertvolle Daten für künftige Initiativen zur CO₂-Speicherung.

Der Weg der Schweiz zu Netto-Null

Das Projekt Trüllikon ist ein wichtiger Zwischenschritt auf dem ambitionierten Weg der Schweiz zu Netto-Null-Emissionen bis 2050. Mit Plänen, bis zu sieben Millionen Tonnen CO₂ aus Abfallverbrennungsanlagen und Zementwerken abzuscheiden und zu speichern, ergreift das Land entschiedene Massnahmen für den Klimaschutz. Die Initiative zeigt den pragmatischen Ansatz der Schweiz, technologische Innovation mit ökologischer Verantwortung zu verbinden, und setzt damit im Kampf gegen den Klimawandel einen Massstab für andere Länder.