Zum Inhalt springen
Swiss Observer

Bank J. Safra Sarasin wegen Geldwäscherei im Petrobras-Fall mit 3,5 Millionen CHF gebüsst

Die Schweizer Privatbank J. Safra Sarasin erhält wegen schwerer Geldwäscherei im Petrobras-Korruptionsfall eine Busse von 3,5 Millionen CHF und zahlt dem brasilianischen Ölkonzern zusätzlich 16 Millionen CHF im Rahmen einer Vereinbarung.

Bank J. Safra Sarasin wegen Geldwäscherei im Petrobras-Fall mit 3,5 Millionen CHF gebüsst
AISWI swissinfo.ch

In einer bedeutenden Entwicklung für den Schweizer Finanzsektor ist die Basler Bank J. Safra Sarasin vom Bundesamt für Justiz wegen schwerer Geldwäscherei im Zusammenhang mit dem Korruptionsskandal um Petrobras mit 3,5 Millionen CHF (4,3 Millionen US-Dollar) gebüsst worden. Zudem hat sich die Bank bereit erklärt, dem brasilianischen Ölkonzern Petrobras weitere 16 Millionen CHF im Rahmen einer Vereinbarung zu zahlen. Damit gehört die Sanktion zu den umfangreichsten, die in den vergangenen Jahren gegen ein Schweizer Finanzinstitut verhängt wurden.

Details und Ergebnisse der Ermittlungen

Die 2018 eingeleiteten strafrechtlichen Ermittlungen brachten ein komplexes Netz von Finanztransaktionen ans Licht, die mit dem berüchtigten Korruptionsfall «Lava Jato» (Autowäsche) in Verbindung standen. Die Schweizer Staatsanwaltschaften deckten Überweisungen in Höhe von insgesamt rund 42,5 Millionen US-Dollar und 28,5 Millionen US-Dollar auf, die von der Bank ausgeführt, von den Empfängerinstituten jedoch anschliessend abgelehnt wurden. Die Ermittlungen ergaben, dass mehrere Bankkonten bei Safra Sarasin dazu genutzt wurden, korrupte Zahlungen von rund zehn Unternehmen aus der Öl- und Baubranche an ranghohe Führungskräfte von Petrobras abzuwickeln.

Breitere Auswirkungen auf das Schweizer Bankwesen

Der Fall ist ein wichtiger Moment in den laufenden Bemühungen der Schweiz, die Integrität ihres Bankensektors zu wahren und gleichzeitig die internationale Geldwäscherei zu bekämpfen. Die Verurteilung von J. Safra Sarasin sowie die Strafverfolgung eines ehemaligen Bankmitarbeiters, der zu einer bedingten Freiheitsstrafe von sechs Monaten verurteilt wurde, zeigen, dass sich die Schweiz zur Durchsetzung strenger Vorschriften zur Bekämpfung der Geldwäscherei verpflichtet. Die Stellungnahme der Bank gegenüber der Nachrichtenagentur AWP, in der sie betont, dass die Verfügung kein Schuldeingeständnis darstellt, verdeutlicht das komplexe Spannungsfeld zwischen rechtlicher Compliance und dem Umgang mit dem eigenen Ruf im Schweizer Bankwesen.

Ähnliche Fälle und Hintergrund

Der Fall J. Safra Sarasin ist Teil eines umfassenderen Vorgehens gegen Finanzinstitute, die in den Petrobras-Skandal verwickelt waren. Auch andere Schweizer Banken mussten ähnliche Konsequenzen tragen: Pictet wurde wegen organisatorischer Mängel mit einer Busse von 2 Millionen CHF belegt, und die PKB Privatbank erhielt 2024 eine Busse von 750'000 CHF. Der 2014 in Brasilien bekannt gewordene Skandal «Lava Jato» hat weltweit zahlreiche Ermittlungen und Verurteilungen nach sich gezogen. Besonders betroffen war der Schweizer Bankensektor, weil er eine Rolle bei internationalen Finanztransaktionen spielt.